Wechsel? Neuer Vertrag?

Roussillon über seine Zukunft: "...dann ist die Chance groß"

Voll eingeschlagen: Wolfsburgs Jerome Roussillon.

Voll eingeschlagen: Wolfsburgs Jerome Roussillon. imago

Drei Tore, fünf Vorlagen. Defensiv stark, offensiv top. Jerome Roussillon, im vergangenen Sommer für rund fünf Millionen Euro von Montpellier nach Wolfsburg gewechselt, ist zweifelsohne ein Toptransfer. Entsprechend weckt der Linksverteidiger Begehrlichkeiten. Roussillon weiß, dass es längst namhafte Interessenten - Borussia Dortmund, wo er perfekt ins Suchprofil passt, soll dazugehören - an ihm gibt. Und er weiß auch, dass er seine Chancen auf eine Berufung in die Nationalmannschaft verbessern würde, wenn er international dabei wäre. Muss sich der VfL also für den Europapokal qualifizieren, damit Roussillon (Vertrag bis 2022) bleibt? "Ich kann nichts versprechen", antwortet der Franzose. "Aber wenn wir in der Europa League dabei sind, dann ist die Chance groß, dass ich bleibe."

Wahrscheinlich ist ohnehin, dass VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke mit einem neuen Vertragsangebot auf seinen Topeinkauf zugeht und das Gehalt entsprechend dessen Leistungen anpassen will. Roussillon ist offen, nach der Saison wolle er sich mit all den Dingen, die seine Zukunft betreffen, befassen. "Wir werden gucken, was realistisch ist. Das ist eine Sache zwischen meinem Berater und der Geschäftsführung. Vielleicht werden sie reden."

Keinen Kontakt zu Deschamps

Roussillon, kein Mann der großen Worte, lässt ohnehin lieber Taten sprechen. Und so versucht er auch gar nicht erst, sich in die Auswahl von Didier Deschamps zu quatschen. Während Landsmann und VfL-Kapitän Josuha Guilavogui damit rechnet, dass der Nationaltrainer den Wolfsburger Außenverteidiger nach der Saison zu den EM-Qualifikationsspielen gegen die Türkei und Andorra beruft, glaubt der Betroffene selbst nicht daran. "Ich habe keinen Kontakt zu Didier Deschamps", erklärt Roussillon und fügt lachend an: "Und ich habe schon Urlaub gebucht." Er weiß: "Ein paar Spieler haben mehr Erfahrung als ich. Und sie spielen in der Champions League und Europa League."

Die Konkurrenz auf seiner Position ist namhaft: Frankreich wurde mit Atleticos Lucas Hernandez als Linksverteidiger, der im Sommer für 80 Millionen Euro zum FC Bayern wechselt, Weltmeister. Zudem hatten bislang Spieler wie Layvin Kurzawa (PSG), Benjamin Mendy (Manchester City), Ferland Mendy (Lyon) und Lucas Digne (Everton) die Nase vorn.

Mit Mukiele ist der Trikottausch schon vereinbart

Die internationale Bühne ist zweifelsohne auch Roussillons Ziel. Am liebsten direkt mit dem VfL. "Vielleicht haben wir nächstes Jahr die Möglichkeit", hofft der 26-Jährige, dessen Traumverein Paris St. Germain ist, auf einen erfolgreichen Schlussspurt. Am Samstag geht's nach Leipzig. Im Hinspiel gegen RB (1:0) erzielte Roussillon seinen ersten Bundesligatreffer. "Eine gute Erinnerung", sagt er. Dass beim Gegner mit Nordi Mukiele ein Freund und ehemaliger Teamkollege aus Montpellier spielt, freut den Wolfsburger. Ein Trikottausch sei bereits vereinbart, verrät er, eine Wette aber nicht. Roussillon will seinen Kumpel verschonen - "weil wir gewinnen werden".

Thomas Hiete