Hoffenheim: Beide Stürmer stehen vor persönlichen Bestmarken

Kramaric und Belfodil jagen die Rekorde

Ishak Belfodil

Andrej Kramaric (re.) lauert schon - er trifft nach Ishak Belfodils geblocktem Schuss. picture-alliance

Im Spiel davor hatte ihm Andrej Kramaric seinen ersten Dreierpack noch mit der Fußspitze auf der Torlinie "geklaut". Mit diesem 4:1 gegen Leverkusen war Andrej Kramaric mit 48 Treffern zu Hoffenheims Rekordschütze in der Bundesliga aufgestiegen, deshalb zeigte Ishak Belfodil vollstes Verständnis. Dass der 27-Jährige gleich im nächsten Spiel tatsächlich drei Tore schießen würde , hätte er wohl selbst nicht geglaubt. Es sollte sogar ein Hattrick werden. "Mein erster im Profibereich", freute sich der Franko-Algerier nach seiner Galavorstellung beim 4:0 in Augsburg.

Die beiden Hoffenheimer Ballermänner spielten in Abwesenheit des verletzten Joelinton (Syndesmoseanriss) erneut die Hauptrollen. Kramaric legte Belfodils erste Chance auf, dessen Schuss konnte Hoffenheims Leihgabe im Augsburger Tor, Gregor Kobel, per Fuß noch parieren, den Rest aber erledigte wiederum Kramaric, der somit erneut von Belfodil profitierte. Schon wieder hatte der Kroate das wichtige 1:0 erzielt, bereits zum siebten Mal in dieser Spielzeit, häufiger als jeder andere in der Liga. Mit seinem 49. Tor für die TSG baute Kramaric seine Führung zudem weiter aus und holte in der Scorerwertung Kevin Volland ein. Der liegt in der Hoffenheimer Bestenliste mit 71 Scorerpunkten nun gemeinsam mit Kramaric auf Rang zwei, nur Sejad Salihovic sammelte (78) sammelte noch mehr. Für Kramaric wohl nur eine Frage der Zeit.

Spielersteckbrief Belfodil
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Belfodil Ishak

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Spielersteckbrief Kramaric
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Kramaric Andrej

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Augsburg (A)
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4
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Nürnberg (H)
2
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Kramaric stellt eigene Bestmarke ein

Der Vizeweltmeister jagt übrigens noch weitere Rekorde. Mit seinem 15. Saisontor stellte er am Sonntag seine eigene Bestmarke aus der Spielzeit 2016/17 ein und steht nun vor einem neuen Höchstwert in der Liga. Sogar der bisherige Hoffenheimer Saisonrekord wackelt: In der Debütsaison der TSG 2008/09 schoss Vedad Ibisevic 18 Tore. In jener Spielzeit traf auch Demba Ba zweistellig und erzielte 14 Treffer für Hoffenheim. Auch diesen Rekord könnte das Duo Kramaric (15) und Belfodil (13) noch brechen.

Dazu müsste Letzterer sich aber selbst übertreffen. Belfodils bisheriger persönlicher Torrekord liegt bei 14 Treffern in der Saison 2016/17 für Standard Lüttich. In der aktuellen Verfassung könnte er den womöglich bereits am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Hertha BSC verbessern. "Ich schaue nicht nur auf die Statistik und Scorerpunkte", versichert Belfodil, "ich habe auch schon gute Spiele ohne Tor oder Vorlagen gemacht."

Belfodil: "Wir haben noch sechs Endspiele"

Auch Trainer Julian Nagelsmann freut sich über seinen zweiten Torjäger. "Er hat ein sehr gutes Gespür, sich im richtigen Moment freizulaufen oder ein isoliertes Eins-gegen-eins herzukriegen", erklärt der 31-Jährige, "aktuell hat er auch die Mitspieler, die seine Qualitäten gut einschätzen und einsetzen können." Gerade rechtzeitig im Saisonendspurt läuft der im Sommer von Standard Lüttich verpflichtete Neuzugang zur Höchstform auf. "Die Bilanz ist aktuell außergewöhnlich gut, ich hoffe er behält sie in den letzten Wochen bei", so Nagelsmann. Auch Belfodil will unbedingt in den internationalen Wettbewerb: "Wir kämpfen weiter um Europa, das ist unser Ziel, wir haben noch sechs Endspiele, die wir alle auf diesem Level spielen wollen, und dann schauen wir mal."

Michael Pfeifer