Bundesliga

Müller: "Der Sieg war ganz einfache Mathematik"

Offensivspieler warnt vor Nürnberg und vor allem Düsseldorf

Müller: "Der Sieg war ganz einfache Mathematik"

Bayerns Offensivspieler Thomas Müller

Fühlt sich zentral am wohlsten, auch wenn er zuletzt auf rechts spielte: Bayerns Offensivspieler Thomas Müller. imago

Er flankte rechts vorne, störte links hinten. Zu Serge Gnabrys 4:0-Kopfball serviert er die Flanke, vor dem 3:0 durch Javi Martinez scheiterte er mit seiner Volleyverlängerung eines Freistoßlupfers von Thiago an BVB-Keeper Roman Bürki, der zuvor schon Müllers Kopfball nach einem Eckball Thiagos an die Latte gelenkt hatte (19.). Es war ein starker Auftritt Müllers. Der kicker führte mit ihm hinterher dieses Interview.

kicker: Herr Müller, warum endete der Liga-Gipfel mit 5:0 für den FC Bayern?

Thomas Müller: Weil wir fünf Tore geschossen haben, der Gegner keines.

kicker: Warum habt ihr fünf Tore geschossen, die Dortmunder keines?

Müller: Es war eine unglaubliche Energieleistung von uns.

kicker: Was bedeutet dieses klare Ergebnis im Endspurt der Saison?

Müller: Es ist natürlich ganz wichtig für uns, dass wir das Heft des Handelns in der eigenen Hand haben. Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, wäre das nicht der Fall gewesen; entsprechend war es unabhängig von dem Signal, das wir aussenden wollten, eine ganz einfache Mathematik-Frage, dass wir diesen Sieg unbedingt gebraucht haben.

kicker: Sind nach diesem Auftritt gegen Dortmund sechs Siege in den verbleibenden sechs Spielen ein Muss?

Die Auswärtsspiele in Düsseldorf und Nürnberg werden alles andere als ein Zuckerschlecken.

Thomas Müller

Müller: Um sicher Meister zu werden, auf jeden Fall. Wir wissen allerdings, dass gerade die Auswärtsspiele in Düsseldorf und Nürnberg alles andere als ein Zuckerschlecken werden. Diese Mannschaften kämpfen auch um die Punkte, und Fortuna Düsseldorf macht es aktuell sehr gut. Wir haben noch Arbeit vor uns. Jetzt genießen wir den Moment, dass wir so eine Leistung zeigen konnten wie sehr lange nicht mehr. Aber das ist schon wieder hinfällig, wenn es nächste Woche nicht so gut läuft.

kicker: War es gegen den BVB ein Sieg der Psyche?

Müller: Auch, ja. Wir haben die junge Dortmunder Mannschaft von Anfang an enorm unter Druck gesetzt. Und wenn du in der Allianz Arena so unter Druck gesetzt wirst und in so kurzer Zeit Rückschläge hinnehmen musst mit den Gegentoren, ist es für die jungen Spieler nicht leicht, zumal wir auf dem Gaspedal geblieben sind.

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kicker: Hat der FC Bayern Borussia Dortmund die Grenzen aufgezeigt?

Müller: In diesem Spiel ja. Aber das wird uns für die nächsten Spiele erst einmal nicht weiterhelfen. Doch es war in jedem Fall das Statement, das wir abgeben wollten.

kicker: Hat dieses Spiel heute wieder gezeigt, dass Sie in die Umgebung des Mittelstürmers Robert Lewandowski gehören?

Müller: Das ist schon lange kein Geheimnis in der Welt des deutschen Fußballs, dass ich in der Mitte meine Stärken habe ...

Das ist schon lange kein Geheimnis in der Welt des deutschen Fußballs, dass ich in der Mitte meine Stärken habe.

Thomas Müller

kicker: ... aber zuletzt spielten Sie rechts draußen ...

Müller: ... das ist richtig ...

kicker: Kommt es nun in den restlichen Spielen vor allem auf die Psyche an?

Müller: Die Psyche spielt bei jedem Sportler und bei jedem Menschen jeden Tag aufs Neue eine riesige Rolle. Deshalb wollen wir dieses positive Erlebnis mitnehmen. Doch die nächsten sechs Spiele werden alle ein ganz harter Fight. Wir haben jetzt ein Fernduell. Und man sieht, wie schnell es gehen kann. Wir haben in Freiburg beim Stand von 1:1 an den Pfosten geköpft und eine Riesenchance vergeben, Dortmund machte in der 90. Minute das 1:0 – macht wie viele Punkte Unterschied, müssen wir kurz rechnen - zwei weniger, zwei mehr, sind schon vier.

kicker: Sind die Machtverhältnisse in der Liga jetzt wieder zurechtgerückt?

Müller: Aktuell schon. Status heute sind die Machtverhältnisse zurechtgerückt.

Interview: Karlheinz Wild