Schalkes Ärger nach historischem Gegentor

Stevens: "Scheinbar habe ich es etwas anders gesehen"

Daniel Caligiuri

Konnte es nicht fassen: Schalkes Daniel Caligiuri. imago

Nach 99 Minuten drehten auf der einen Seite die Gäste aus Frankfurt jubelnd ihre Kreise, auf der anderen Seite umringten wütende Schalker das Schiedsrichtergespann um Referee Sascha Stegemann. Doch was war passiert? In der fünften Minute der Nachspielzeit bekam Daniel Caligiuri einen Schuss von Filip Kostic im Strafraum an den Arm und blockte den Versuch ab. Das Spiel lief zunächst weiter, dann unterbrach Stegemann die Partie und lauschte der Intervention des Kölner Kellers.

Caligiuri plädiert auf Foulspiel

Der 34-Jährige marschierte in die Review-Area und entschied letztlich auf Handelfmeter. Das daraus resultierende Tor durch Luka Jovic sollte nicht nur das 2:1 für Eintracht Frankfurt, sondern auch den spätesten Elfmetertreffer seit detaillierter Datenerfassung 2004/05 bedeuten. "In den Bildern schaut das natürlich scheiße aus", kommentierte ein bitter enttäuschter Caligiuri die entsprechende Situation am "Sky"-Mikrofon, ging mit dieser Entscheidung aber alles andere als d'accord. "In der zweiten Einstellung sieht man, dass ich noch einen leichten Schubser von hinten kriege", klagte der Deutsch-Italiener und legte nach: "Meiner Meinung nach geht er hundertprozentig erst an die linke Schulter und von dort aus an den Arm. Und: Wenn er an die Schulter geht, ist es doch kein Handspiel, oder?"

Das Foul wird vorher gemacht - er wird geschubst. Und da reagiert der (Schiedsrichter Stegemann, d. Red.) nicht.

Huub Stevens

Sein Coach stand dieser Meinung in Nichts nach. Huub Stevens gab sich äußerlich zwar gefasst, in seiner Artikulation war dem "Knurrer von Kerkrade" die Wut aber deutlich anzumerken: "Ich weiß nicht, was da passiert ist", kommentierte der Niederländer die ominöse Situation in der Nachspielzeit. "Scheinbar habe ich es etwas anders gesehen als die Schiedsrichter", so seine sarkastische Antwort. "Aber du darfst ja leider keinen Kommentar abgeben, weil dann wirst du auch noch bestraft." Er selbst habe ebenfalls gesehen, dass "Caligiuri geschubst wird, und dann der Ball von der Schulter an die Hand geht". Ergo: "Das Foul wird vorher gemacht - er wird geschubst. Und da reagiert der (Schiedsrichter Stegemann, d. Red.) nicht."

Schalke 04

Erklärungsversuch: Schalkes Daniel Caligiuri (mi.) diskutiert mit Referee Sascha Stegemann. imago

Ob es ausgleichende Gerechtigkeit gewesen sei, dass Frankfurt den Elfmeter zugesprochen bekommen habe, schließlich wurde den Frankfurtern in Durchgang eins ein klarer Strafstoß verweigert (31.), wollte Stevens nicht gelten lassen. "Das finde ich nicht. Wir haben auch eine Situation in der zweiten Hälfte gehabt, wo möglicherweise gepfiffen hätte werden können." Damit sprach Stevens wohl eine Szene in der 81. Minute an, als die Schalker bei Stegemann ob eines vermeintlichen Handspiels von Eintracht-Kapitän David Abraham vorstellig wurden. Dass der Argentinier allerdings nicht an der Hand, sondern vielmehr an den Beinen getroffen wurde, hatte der Großteil der Königsblauen wohl übersehen.

kög

Bilder zur Partie FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt