Stuttgart: Was für eine Doppelspitze spricht

Gomez, Gonzalez und der 83-Minuten-Schnitt

Dürfen beide gemeinsam ran? Stuttgarts Stürmer Mario Gomez (li.) und Nicolas Gonzalez.

Dürfen beide gemeinsam ran? Stuttgarts Stürmer Mario Gomez (li.) und Nicolas Gonzalez. imago

Der VfB Stuttgart hat bei Eintracht Frankfurt trotz der 0:3 (0:1)-Niederlage eine ordentliche erste Halbzeit hingelegt. Dieser Aussage dürften wahrscheinlich alle 51.500 Stadionbesucher vom Sonntagabend zustimmen. Allerdings auch der folgenden: Mit Ausnahme des Lattenkopfballs von Marc-Oliver Kempf waren die Angriffsbemühungen der Schwaben wenig zwingend. Kaum Abschlüsse aus der zweiten Reihe, keine echte Präsenz in den gefährlichen Räumen. Genau darauf aber wird es gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag ankommen (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), weil der Tabellen-16. gefordert sein dürfte, das Spiel zu machen.

Zuletzt setzte Weinzierl auf eine echte Spitze, entweder Mario Gomez oder Nicolas Gonzalez. Der Argentinier strahlt trotz seiner Umtriebigkeit aber kaum Torgefahr aus, in Frankfurt rieb er sich regelrecht auf und blieb in der Kernkompetenz eines Angreifers einmal mehr wirkungslos. "Er ist mit einem sehr intensiven Spiel ausgestattet", nennt der Coach die Vorzüge des 20-Jährigen und verteidigt seinen Schützling: "Es ist bei einem jungen Spieler normal, dass er noch nicht auf Top-Top-Top-Level sein kann."

Gomez oder Gonzalez? Oder beide?

Wie es etwa Mario Gomez in seinen besten Tagen hatte. Auch wenn der 33-Jährige sicher nicht der herausragende Vorarbeiter gegen den Ball ist, so erreicht kein anderer im VfB-Kader die Präsenz eines Gomez im Strafraum. Und die wird Stuttgart gegen Nürnberg benötigen. Stellt sich die Frage: Was macht Weinzierl gegen den Club? Gomez oder Gonzalez? Oder beide?

Ein Blick in die Datenbank spräche sogar für Letzteres. 26 Tore haben die Schwaben in dieser Saison erzielt. Bei 15 davon standen Gomez (6 Tore/2 Assists) und Gonzalez (2 Tore/4 Assists) auf dem Feld. Auf Minuten heruntergerechnet: In den 1246 Minuten mit dem Duo gelangen deutlich mehr Treffer als in den 1184 Minuten (11 Tore), in denen nur einer der beiden Angreifer oder weder der Routinier noch der Youngster auf dem Rasen agierten. Mit Gomez und Gonzalez trifft der VfB im Schnitt alle 83 Minuten, ohne alle 108. Was prinzipiell für eine Doppelspitze spräche.

Benni Hofmann