Gladbach: Das ist Heckings designierter Nachfolger

Rose: WG-Kumpel von Schwarz, inspiriert von Klopp

Marco Rose

Lässt mutig, effektiv und attraktiv spielen: Marco Rose. imago

Die TSG Hoffenheim wollte ihn, der VfL Wolfsburg, Schalke 04 – doch jetzt steht Marco Rose unmittelbar vor dem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach. Durch seine erfolgreiche Arbeit bei RB Salzburg gilt er als eine Art Überflieger unter den jungen deutschen Trainern. Weniger der zweite Meistertitel in Österreich, auf den Rose mit Salzburg zusteuert, hat seitens der Bundesligaklubs das Interesse am früheren Linksverteidiger geweckt. Vielmehr ist es die Art, wie Rose Fußballspielen lässt. Salzburgs imponierende Auftritte in der Europa League mit dem Halbfinaleinzug in der vergangenen Saison, darunter das Weiterkommen gegen Borussia Dortmund (2:1, 0:0) oder das spektakuläre Duell mit Lazio Rom (2:4, 4:1), lenkte den Fokus auf den Coach. Und das ist der Mann, der in der neuen Saison auch in der Bundesliga für Furore sorgen könnte.

Sein Spielstil: Es ist eine Mischung aus Pressing und Positionsspiel, die Salzburg ausmacht, das Team spielt mutig, effektiv und attraktiv. Das blitzschnelle Umschalten nach Balleroberung, die hohe Intensität und das teilweise extrem aggressive Attackieren des Gegners bekam in dieser Europa-League-Saison auch RB Leipzig zu spüren, das zweimal das Nachsehen hatte (2:3, 0:1). Aber: Auch im Ballbesitz weiß das Team zu gefallen, Rose verlangt spielerische Lösungen. Gerade gegen Leipzig zeigte sich Salzburg – in beiden Partien - fußballerisch überlegen. In einer ZDF-Reportage im August 2018 sagte Rose über seine Philosophie: "Ich bin weder ein klassischer Ballbesitztrainer noch ein Trainer, der nur Haudrauf und Pressing forciert. Ich würde es gerne relativ komplett haben, das ist meine Kernidee."

Trainersteckbrief Hecking

Hecking Dieter

Trainersteckbrief Rose

Rose Marco

Bor. Mönchengladbach - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.08.1900

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß-Grün

RB Salzburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

13.09.1933

Sein Werdegang: Der gebürtige Leipziger begann das Fußballspielen bei Rotation Leipzig, wechselte dann zu 1. FC Lok/VfB Leipzig (10 Zweitligaspiele). Von 2000 bis 2002 trug der Außenverteidiger mit dem großen Offensivdrang das Trikot von Hannover 96 (24 Zweitligaspiele) und spielte anschließend zehn Jahre lang für Mainz 05 (65 Bundesligaspiele, 85 Zweitligaspiele). Ab 2010 begann er bei den Nullfünfern zusätzlich als Co-Trainer der zweiten Mannschaft zu arbeiten. Im Sommer 2012 wechselte Rose auf die Trainerbank von Lok Leipzig, nur ein Jahr später übernahm er für die kommenden Jahre verschiedene Nachwuchsmannschaften von RB Salzburg (U 16, U 18, U19) und gewann 2017 mit der U 19 die UEFA Youth League. 2018 feierte er als Trainer mit RB Salzburg seine erste Meisterschaft in Österreich.

Klopp gab den Rat zur Trainerlaufbahn

Marco Rose und Jürgen Klopp

Trafen sich zuletzt beim Abschiedsspiel von Noveski: Marco Rose und Jürgen Klopp. imago

Seine Mainzer Vergangenheit: Rose und Sandro Schwarz, der heutige Cheftrainer der Nullfünfer, bildeten lange Zeit eine WG. Bis heute verbindet sie eine dicke Freundschaft, die Familien fahren gemeinsam in den Urlaub. Extrem geprägt hat Rose laut eigener Aussage das Aufstiegs-Trauma von 2003, als die Mainzer in letzter Sekunde von Eintracht Frankfurt abgefangen wurden. "Das ist immer präsent", so Rose. Ein Jahr später stieg Mainz nach einer furiosen Aufholjagd an den letzten Spieltagen dann doch auf. Aus diesem Erlebnis "haben wir mitgenommen, dass es sich immer lohnt weiterzumachen. Irgendwann wird man belohnt", sagt Rose, der Kämpfertyp. Als Spieler arbeitete er unter dem Trainer Jürgen Klopp, der ihm auch den Rat gab, mal eine Trainerlaufbahn in Betracht zu ziehen. Und unter Thomas Tuchel fungierte er kurzzeitig als Co-Trainer.

Seine Vertragssituation: Rose steht in Salzburg bis zum Sommer 2020 unter Vertrag. Eine Million Euro kostet es Gladbach, um den Wunschkandidaten über eine Ausstiegsklausel aus seinem Kontrakt herauszulösen. Das Geld nehmen die Fohlen gerne in die Hand – auf sie wartet ein spannender Trainerytp, der mit seiner Fußball-Philosophie für frischen Wind sorgen wird.

Jan Lustig

kicker.tv Hintergrund

Hecking-Beben in Gladbach - Große Entscheidung, riesige Enttäuschung

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