Fürth-Coach muss nach Schiedsrichter-Disput auf die Tribüne

"Du bist so arrogant": Leitl sorgt für Aufreger

Stefan Leitl

Tribünengast: Stefan Leitl musste die zweite Hälfte der Partie gegen Bielefeld auf den Zuschauerrängen verbringen. imago

Tribünenverweis trotz komfortabler Führung: Allzu häufig kommt das im Profizirkus nicht vor. Eigentlich hatte Fürths Coach Stefan Leitl keinen Grund, zum Pausenpfiff in Wallung zu geraten. Seine Mannschaft hatte ansprechende erste 45 Minuten gezeigt, führte gegen Arminia Bielefeld verdient mit 2:0. Dennoch sah Leitl Gesprächsbedarf bei Schiedsrichter Alexander Sather - doch der wurde nicht zu seiner Zufriedenheit gedeckt. Der Unparteiische blockte auf dem Weg in die Kabine den Versuch Leitls ab, mit ihm in Kontakt zu treten.

Der Fürther Cheftrainer blieb daraufhin stehen, schickte Sather zunächst ein ironisches "Danke" hinterher und bedachte ihn anschließend noch mit dem Satz "Du bist so arrogant, das ist so schlecht." Die Konsequenz: Die zweite Hälfte musste Leitl auf der Tribüne verbringen. Erst vor zwei Wochen hatte es in der Bundesliga Ärger zwischen Trainer und Schiedsrichter um einen Arroganz-Vorwurf gegeben.

Trainersteckbrief Leitl

Leitl Stefan

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Sather Alexander

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Green Julian

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Ernst Sebastian

Spielersteckbrief Wittek

Wittek Maximilian

Spielersteckbrief T. Mohr

Mohr Tobias

Seinen Blick auf die Aufreger-Szene des Spiels erläuterte er im Nachgang der Partie. "Er schiebt mich auf die Seite und will kein Gespräch mit mir führen. Was ich dann gesagt habe, war eine Reaktion auf seine Art." Bei aller Kritik am Sather gestand Leitl jedoch ein: "Er kann da anders reagieren und ich muss anders reagieren."

Leistungsabfall nach Verweis: Leitl sieht keinen Zusammenhang

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Den Tribünenverweis, den er in der Halbzeit vom Vierten Offiziellen überbracht bekommen hatte, hielt der Coach der Franken dennoch für überzogen. "Das habe ich nicht verstanden, aber der Schiedsrichter war absolut überzeugt, dass das jetzt sein muss", so der 41-Jährige. Es kam aber noch dicker für Leitl: Kaum hatte er zum zweiten Durchgang in der ersten Reihe der Zuschauerränge Platz genommen, gelang Bielefelds Fabian Klos schon der Anschlusstreffer. Auch in der Folge agierte Leitls Team nicht mehr so wach wie noch im ersten Durchgang mit dem Coach an der Linie und musste noch ein weiteres Gegentor durch Klos hinnehmen.

Einen direkten Zusammenhang zwischen Leitls Tribünenverweis und dem Leistungsabfall seines Teams nach der Pause wollte der Coach aber nicht herstellen: "Ich glaube nicht, dass es einen Einfluss hatte. Die Jungs haben das am Anfang gar nicht mitbekommen." Diesen Eindruck bestätigte Offensivmann Julian Green, der Fürth früh in der Partie in Führung gebracht hatte. "In so einem Spiel mit viel Hektik schaut man da nicht so genau hin." Erst bei seiner Auswechslung in der 75. Minute sei ihm aufgefallen, dass nicht Leitl, sondern Co-Trainer Andre Mijatovic ihn abklatschte.

Drei Spieler verletzt ausgewechselt

Aufgrund eines blutenden Zehs hatte Green den Platz vorzeitig verlassen müssen - ebenso wie seine Mitspieler Sebastian Ernst (Sprunggelenksverletzung) und Maximilian Wittek (Leiste). Da das Wechselkontingent bei Witteks Verletzung bereits ausgeschöpft war, beendete die Spielvereinigung die Partie zu zehnt. Der Linksverteidiger wurde nach dem Spiel ins Krankenhaus gebracht.

"In der zweiten Hälfte ist viel gegen uns gelaufen", bewertete Leitl. Bereits am Freitag hatte er einen personellen Rückschlag einstecken müssen. Tobias Mohr, der nach dreimonatiger Zwangspause vor einem Comeback stand, verletzte sich im Abschlusstraining erneut und könnte nun erneut länger ausfallen. Eine Diagnose steht noch aus, ein Einsatz beim Nachholspiel gegen Dynamo Dresden am Donnerstag (19 Uhr, LIVE! bei kicker.de) erscheint aber unwahrscheinlich.

mib