Trainer lobt den "Sieg des Kaders"

Kohfeldt: Die Zwickmühle im Abwehrzentrum

Ein Lob für die Spieler aus der zweiten Reihe: Werders Coach Florian Kohfeldt und Kevin Möhwald.

Ein Lob für die Spieler aus der zweiten Reihe: Werders Coach Florian Kohfeldt und Kevin Möhwald. imago

"Die Trainingswoche hat mich dazu bewogen", erklärte der 36-Jährige kurz und knapp. Grundsätzlich wolle er jedoch "nicht über einzelne Personalien reden". Sondern: "Es war ein Sieg des Kaders. Das ist das Wichtigste für mich."

Womit Kohfeldt zweifellos richtig liegt. Neben den beiden etatmäßigen Sechsern Philipp Bargfrede (Oberschenkelblessur) und Nuri Sahin (Gelbsperre) fehlte auch das Angreifer-Trio Fin Bartels, Claudio Pizarro und Yuya Osako verletzungsbedingt. Nach einer knappen halben Stunde musste dann noch Abwehrchef Niklas Moisander mit Knieproblemen raus.

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Ein auch qualitativ mächtiger Aderlass, den die Grün-Weißen bemerkenswert verkrafteten. "Wir müssen seit Monaten immer wieder Leistungsträger ersetzen", stellt Kohfeldt fest, "aber diesmal war es extrem. Als Trainer sagt man ja immer: Wir brauchen euch alle. Umso schöner, wenn die Jungs das dann auch zeigen können."

Als Trainer sagt man ja immer: Wir brauchen euch alle. Umso schöner, wenn die Jungs das dann auch zeigen können.

Florian Kohfeldt

Jungs wie Kevin Möhwald, der im Winter auf dem Sprung schien, aber erst jetzt erstmals 2019 von Anfang an ran durfte. Oder eben wie Langkamp, der dank Moisanders Aus doch noch gut eine Stunde lang verteidigte.

"Basti hat ja dann auch noch relativ viel Spielzeit bekommen", konstatierte Kohfeldt und klang darüber fast ein wenig beruhigt. Wie zufrieden Langkamp selbst damit war, blieb offen. Der 31-Jährige erschien nach Abpfiff ebensowenig in der Mixed-Zone wie Konkurrent Veljkovic. Vor der Partie hatte Langkamp, bis zu seiner zweiwöchigen Verletzungspause Stammkraft, noch klare Ambitionen geäußert: "Ich wäre überrascht, jetzt der Herausforderer zu sein."

Veljkovic: Hat die Zukunft schon begonnen?

Dennoch hatte nun der knapp acht Jahre jüngere Veljkovic bei Kohfeldt die Nase vorn. Dass der serbische Nationalspieler, der das Duell mit Langkamp im Winter verloren hatte, perspektivisch als aussichtsreicher gelten darf, stand immer außer Zweifel. Ob jene "Zukunft", die Veljkovic bei Werder gehören soll, also schon jetzt Gegenwart geworden ist?

Warum Kohfeldt darüber öffentlich ungern reden mag, liegt auf der Hand. Steckt der Trainer doch in einer veritablen Zwickmühle: Zum einen sind die Leistungsunterschiede zu gering, um das Rennen bereits für entschieden zu erklären. Zum anderen würde er dem Führungsspieler Langkamp und dessen sportlicher Entwicklung mit einer Rückversetzung ins zweite Glied prinzipiell Unrecht tun. Doch eignet sich die Innenverteidigerposition – anders als die Offensive – nun mal grundsätzlich nicht zur Rotation.

Kohfeldt blendet Luxusprobleme lieber aus

Und obendrein soll auch noch dem jungen Marco Friedl (21) eine glaubwürdige Perspektive aufgezeigt werden. Alldem gerecht zu werden, klingt wie die Quadratur des Kreises. Punktuell, etwa am Mittwoch im Pokal-Viertelfinale auf Schalke, könnte eine Dreierkette die Lösung sein. Doch auf Sicht wird diese Luxussituation fast zwangsläufig (mindestens) einen "Verlierer" hervorbringen. Was Kohfeldt im aktuellen Saisonendspurt absolut nachvollziehbar lieber ausblendet.

Thiemo Müller

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Bilder zur Partie Werder Bremen - 1. FSV Mainz 05