KFC wartet seit elf Spielen auf einen Sieg

Frust in Uerdingen: "Es ist grausam anzusehen"

KFC Uerdingen

Sichtlich bedient: Uerdingens Geschäftsführer Nikolas Weinhart (l., hier mit Klubchef Mikhail Ponomarev) platzte in Jena der Kragen. imago

Es waren deutliche Worte, die Geschäftsführer Nikolas Weinhart während eines Halbzeitinterviews bei der Partie am vergangenen Wochenende in Jena von sich gab: "Es ist grausam anzusehen. Ich habe noch nie so ein schlechtes Fußballspiel gesehen. Nicht jeder zieht mit. Die Spieler sollen Vollgas geben, kämpfen und zeigen, warum sie gerne Fußball spielen." Diese Ansage trug in der zweiten Halbzeit bei Carl Zeiss keine Früchte, am Ende war der KFC mit dem 0:0 sogar gut bedient .

Weinhart vermisste bei seiner Mannschaft die Leidenschaft und den Willen, ein Spiel zu gewinnen. Jedoch nicht erst seit vergangenem Samstag, sondern seit mehreren Monaten. Der letzte Uerdinger Erfolg datiert vom 17. Dezember des Vorjahres, damals gab es ein 2:0 beim SV Wehen Wiesbaden.

Sollen wir jetzt fünf Jahre warten, bis wir wieder in der Oberliga spielen, um mal wieder eine Partie zu gewinnen?

Uerdingens Geschäftsführer Nikolas Weinhart

Bei arg abstiegsgefährdeten Jenaern sollte es endlich mal wieder klappen mit einem Dreier, was Weinhart dann jedoch vorgeführt bekam, ließ ihn wütend, enttäuscht und vor allem ratlos zurück: "Es ist unglaublich, sich so etwas anzugucken. Sollen wir jetzt fünf Jahre warten, bis wir wieder in der Oberliga spielen, um mal wieder eine Partie zu gewinnen? Darauf zu hoffen, dass Jena drei Eigentore schießt und wir dadurch mal wieder zu Punkten kommen, davon kommt kein Selbstvertrauen. Sondern nur durch Kampf."

Jedem wollte Weinhart die fehlende Einstellung nicht unterstellen, von ehemaligen Bundesligaprofis wie Maximilian Beister oder Weltmeister Kevin Großkreutz erwarte man beim KFC aber einfach mehr.

Kaum Veränderung unter Heinemann

Mit Frank Heinemann steht nach Stefan Krämer und Norbert Meier bereits der dritte Cheftrainer in der laufenden Saison an der Seitenlinie der Krefelder. Bei Heinemanns Debüt in Jena war leistungsmäßig keine Veränderung gegenüber den letzten Wochen zu sehen, dennoch hat der 54-Jährige eine Jobgarantie für die restliche Saison.

In den letzten acht Spielen wird es für Uerdingen darum gehen, sich aus dem gröbsten Abstiegskampf herauszuhalten. Noch beträgt der Vorsprung auf den 17. Platz sieben Punkte, betrachtet man den Trend des KFC aus den letzten Monaten, wäre ein zu frühes Abhaken der Saison jedoch fatal. Hatte man mit Fortuna Köln und Jena zuletzt zwei vermeintlich leichtere Aufgaben vor der Brust, wartet am Freitag (19 Uhr, LIVE! bei kicker.de) mit dem 1. FC Kaiserslautern eine höhere Hürde.

kon