Bundesliga

Die eindringliche Botschaft von Hertha-Coach Pal Dardai an Verteidiger Jordan Torunarigha

Kades fünfmonatige Zwangspause ist vorbei

Dardais eindringliche Botschaft an Torunarigha

Fällt er sogar länger aus? Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha.

Fällt er sogar länger aus? Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha. imago

Kade hatte sich Anfang Oktober beim Regionalliga-Spiel der U 23 in Halberstadt (1:1) den Knöchel gebrochen. "Es fühlt sich gut an, nach längerer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen", sagte der 19-Jährige nach der Übungseinheit am Dienstagvormittag dem kicker. "Darauf fiebert man in der Reha jeden Tag hin. Die Jungs haben mich gut aufgenommen. Jetzt bin ich heiß, weiterzumachen." Kade hatte im April 2017 beim 1:0-Sieg in Mönchengladbach in der Bundesliga debütiert, 2018 war er mit Herthas A-Jugend deutscher Meister geworden. Bis zu seinem Knöchelbruch hatte er in dieser Regionalliga-Saison mit vier Toren in acht Einsätzen überzeugt. "Manche mussten mit so einer Verletzung schon ihre Karriere beenden", sagte Kade. "Dass ich nach fünf Monaten wieder auf dem Platz stehe, zeigt, dass wir in der Reha gut gearbeitet haben. Physios, Ärzte, der Operateur - ich bin jedem dankbar."

Die Muskeln zeigten schon kurz nach der Belastung eine erste Reaktion. "Ich merke jetzt schon, dass Mannschaftstraining etwas anderes ist als individuelles Athletiktraining", befand der Mittelfeldspieler direkt nach dem Ende des Trainings lachend. Sein nächstes Ziel ist "ein Einsatz in der U 23", ein Einsatz noch in dieser Saison bei den Profis werde "eher schwer". Dardai freute sich über die Rückkehr Kades, den er einst - wie Arne Maier, Florian Baak und seinen Sohn Palko - bereits in der U 15 angeleitet hatte. "Es war eine lange und schwere Zeit für Julius", sagte Dardai. "Jetzt müssen wir ihn wieder ranführen. Wenn der richtige Moment gekommen ist, wird er bei der U 23 eine Halbzeit spielen."

Kade lässt seine Zukunft offen

Die Gegenwart strahlt seit Dienstag damit wieder deutlich heller, die Zukunft ist indes weiterhin ungeklärt. Bereits im Herbst hatte Hertha auf die schwere Blessur reagiert und bei Kades Berater Jörg Neubauer die Bereitschaft hinterlegt, den zum 30. Juni 2019 auslaufenden Vertrag mit dem Eigengewächs zu verlängern. Doch Kade und sein Berater wollten einstweilen abwarten. "Ich kann noch nichts zu meiner Zukunft sagen", erklärte Kade am Dienstag. "In den vergangenen Wochen ging es für mich erstmal darum, fit zu werden." Sein Wunsch für die Zukunft? "Ich möchte spielen." Die Zukunft eines anderen Talents hat Hertha am Dienstag unterdessen geklärt. Julian Albrecht (17) unterschrieb einen ab der neuen Saison gültigen Profivertrag - auch zur Freude von Dardai: "Es ist wichtig, dass die jungen Spieler bei uns bleiben. Wir werden sehen, wann und wie bei Julian die nächsten Schritte kommen. Wir haben jetzt schon zehn eigene Talente im Kader, das ist ein gutes Zeichen."

Ein Sportler braucht einen Körper. Da muss er vom Kopf oder der Konzentration aufpassen.

Pal Dardai über Jordan Torunarigha

Weniger nette Worte gab es an die Adresse von Torunarigha. Der Innenverteidiger war am Montag vorzeitig von der deutschen U-21-Auswahl, die am Dienstagabend auf England trifft, abgereist und nach Berlin zurückgekehrt. Die Verletzung am Kapsel- und Bandapparat des linken Sprunggelenks sowie das Knochenmarködem hatte sich Torunarigha am Sonntag im Training der U 21 zugezogen. Für Herthas Spiel in Leipzig am Samstag wäre er nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Borussia Dortmund (2:3) ohnehin gesperrt gewesen, jetzt droht indes eine längere Zwangspause. Für den verletzungsanfälligen Abwehrspieler, der wegen Problemen an der Achillessehne in dieser Saison bereits sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde pausieren musste, bleibt diese Saison damit eine Berg- und Talfahrt.

Beeindruckende Auftritte wie in Hannover (Tor und Vorlage beim 2:0) wechseln sich ab mit Rückschlägen, die verhindern, dass das Top-Talent über längere Zeit seinen Rhythmus findet. "Er muss etwas umstellen", sagte Dardai am Dienstag an die Adresse Torunarighas, der aktuell einen Airwalker tragen muss. "Ein Sportler braucht einen Körper. Da muss er vom Kopf oder der Konzentration aufpassen. Nach einem guten Spiel kam oft ein Bruch, es waren sehr viele Brüche dieses Jahr. Als Innenverteidiger oder Sechser bist du am besten, wenn du eine Saison durchspielst. Aber dafür brauchst du einen zuverlässigen Körper und Leistung. Das sind bei ihm die nächsten Schritte."

"Dann kann er sich selbst schützen vor Verletzungen"

Hertha versuche, ihm zu helfen: "Wir haben zwei gute Fitnesstrainer. Und er wird auch bei der Zweikampfführung immer erfahrener und geht vielleicht nicht mehr in unnötige Sachen rein. Dann kann er sich selbst schützen vor Verletzungen." Im Unterschied zu Torunarigha und dem gesperrten Kapitän Vedad Ibisevic können Marko Grujic, Davie Selke und Karim Rekik, die in der Vorwoche wegen leichterer Blessuren pausiert hatten, am Samstag in Leipzig nach Lage der Dinge mitwirken. Das Trio war am Montag ins Mannschaftstraining eingestiegen und verkraftete auch die Belastung in der Einheit am Dienstag ohne Probleme.

"Das Training war richtig intensiv", sagte Dardai. "Und wie es aussah, hatten sie Spaß und sind gesund." Von ihren Nationalteams zurückgekehrt sind derweil Peter Pekarik, Ondrej Duda (beide Slowakei), Valentino Lazaro (Österreich) und Jonathan Klinsmann (USA, U 23). Das Quartett lief am Dienstagvormittag aus und bestritt am Nachmittag gemeinsam mit den Kollegen das Zirkeltraining im Kraftraum.

Jan Reinold/Steffen Rohr

Vorreiter VfB: Die Jüngsten der 18 Bundesliga-Klubs