Planica, Skifliegen: Japaner verpasst nur knapp den Weltrekord

Podium für Eisenbichler - Kristallkugel für Kobayashi

Ryoyu Kobayashi

Überflieger: Japans Ryoyu Kobayashi fliegt zur Kristallkugel. Getty Images

Skispringer Markus Eisenbichler hat den letzten erhofften Titel in der elfjährigen Ära von Bundestrainer Werner Schuster verpasst. Der 27 Jahre alte Bayer wurde am Sonntag im slowenischen Planica nach Flügen auf 227 und 235 Meter Dritter und verlor damit die kleine Kristallkugel für den besten Skiflieger noch an Japans Star-Springer Ryoyu Kobayashi. Der Tournee-Sieger hatte im ersten Durchgang mit 252 Metern einen Schanzenrekord in Planica aufgestellt. Neben Kobayashi und Eisenbichler schaffte es Domen Prevc als Zweiter auf das Podest.

Trainer Schuster hatte seinen zum Ende des Winters auslaufenden Vertrags nicht verlängert. "Ich bin ja schon länger darauf eingestellt. Ich bin überzeugt, dass es die richtige Entscheidung ist", sagte der 49 Jahre alte Österreicher am Sonntagmorgen der ARD. In seine Amtszeit seit März 2008 fallen unter anderem Olympiasiege in Sotschi 2014 (Team) und Pyeongchang 2018 (Andreas Wellinger). Auch das letzte Jahr unter Schuster lief erfolgreich: Eisenbichler wurde in Seefeld dreifacher Weltmeister, gewann seinen ersten Weltcup und belegte den zweiten Gesamtplatz bei der Vierschanzentournee.

Horngacher im Anflug

Als Nachfolger-Kandidat Nummer eins für Schuster gilt sein früherer Assistent Stefan Horngacher. "Wir sind auf der Zielgeraden, aber wir sind noch nicht im Ziel. Wir haben es immer so gehandhabt, dass wir seriös bleiben. Leider sind wir noch nicht soweit durch", sagte der Sportliche Leiter Horst Hüttel. Eine Entscheidung über Schusters Nachfolger, der bis 2022 unterschreiben soll, könnte bereits in der kommenden Woche fallen.

Skifliegen in Planica/Slowenien, Herren, 24.3.2019:

1. Ryoyu Kobayashi (Japan) 464,9 Pkt. (252,0 m/230,5 m); 2. Domen Prevc (Slowenien) 444,0 (239,5/222,5); 3. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 442,5 (227,0/235,0); 4. Piotr Zyla (Polen) 438,6 (248,0/222,0); 5. Timi Zajc (Slowenien) 425,4 (231,5/229,5); 6. Dawid Kubacki (Polen) 424,8 (229,5/234,0); 7. Karl Geiger (Oberstdorf) 422,8 (238,5/228,0); 8. Johann André Forfang (Norwegen) 416,2 (225,0/223,5); 9. Anze Semenic (Slowenien) 413,8 (241,0/224,0); 10. Jewgeni Klimow (Russland) 411,7 (233,0/221,5); ... 20. Andreas Wellinger (Ruhpolding) 374,7 (220,0/203,0); 24. Richard Freitag (Aue) 356,3 (211,0/212,0)

jch