3. Liga

Mai: Comebacker, Allrounder, Führungsspieler

Hallescher FC: Der Vize-Kapitän ist nach seiner Verletzung zurück

Mai: Comebacker, Allrounder, Führungsspieler

Sebastian Mai (rechts)

Gleich wieder präsent: Sebastian Mai bei seinem Comeback gegen Rostock. imago

Der gelernte Innenverteidiger ackerte als Stürmer, rieb sich in Zweikämpfen auf, spielte schlaue Pässe und strahlte Torgefahr aus. Kurzum: Der Vize-Kapitän ging voran, motivierte selbst bei seiner Auswechslung den für ihn kommenden Braydon Manu energisch.

Dass der 25-Jährige keine zehn Wochen nach seiner schweren Verletzung beim 1:1 in Rostock wieder auf dem Rasen stand, ist bemerkenswert. Mannschaftsarzt Dr. Thomas Bartels prognostizierte ursprünglich eine deutlich längere Ausfallzeit : "Sebastian Mai wird sechs Wochen eine Schiene tragen müssen, beginnt dann mit der Reha und fällt in Summe somit vermutlich drei Monate aus."

Mal Innenverteidiger, mal Stürmer

Bei seinem vorzeitigen Comeback agierte er neben Mathias Fetsch als einer von zwei Angreifern - mal wieder. In 17 Ligaeinsätzen trat der 1,95-Meter-Mann neunmal als Stürmer in Erscheinung. Zusätzlich zu seiner Stammposition in der Innenverteidigung stand der Allrounder auch schon als Sechser oder Zehner auf dem Feld.

Mai überzeugte auf allen Positionen (kicker-Notendurchschnitt von 2,97) und erwies sich vorne wie hinten als torgefährlich (vier Saisontore). Es verwunderte also nicht, dass Trainer Torsten Ziegner ihn bei dessen Comeback gleich in die Startelf berief.

"Wenn ich nur zu 80 Prozent bereit gewesen wäre, hätte ich nicht gespielt. Nur wenn ich alles reinwerfen kann, macht es Sinn", äußerte der Protagonist auf der Vereinswebsite. Und das tat er - "mit allem was ich habe".

Wie er nach der Pause sofort wieder präsent war, ist ein Beispiel für jeden anderen Spieler.

Halles Trainer Torsten Ziegner

Den späten Ausgleichstreffer durch Mirnes Pepic in der 84. Minute, durch den Halle den Relegationsplatz an Wehen Wiesbaden verlor, musste Mai von der Ersatzbank verfolgen. Halles Coach Ziegner fand trotz des Punktverlustes nach dem Spiel gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" lobende Worte für seinen Comebacker: "Er war zehn Wochen raus, hat aber nichts eingebüßt. Wie er nach der Pause mit seiner Mentalität und Spielintelligenz sofort wieder präsent war, ist ein Beispiel für jeden anderen Spieler." Vermutlich wird Mai auch im kommenden Topspiel gegen Wehen (Samstag, 14 Uhr, LIVE! bei kicker.de) wieder zur Startelf gehören - ob als Angreifer oder Verteidiger ist offen.

kon