NHL: Pittsburgh schlägt Washington bei Crosby-Show

Play-off-Kostprobe: Pavelski krönt den Krimi

Timo Meier & Joe Pavelski

"Buzzer Beater": San Joses Kapitän Joe Pavelski (r.) trifft fünf Sekunden vor Schluss. picture alliance

Pavelskis Entscheidung fünf Sekunden vor Schluss

Winnipeg gegen San Jose - eine Paarung, die auch das diesjährige Western-Conference-Finale sein könnte - bot eine berauschende Kostprobe für die anstehenden Play-offs: Die Partie bot hohes Tempo, harte Checks (18:18), viele Schüsse (25:36), aufopferungsvolle Blocks (18:9), Dramatik und einen denkbar späten Siegtreffer. Doch der Reihe nach: Der Auftakt in dieses Spitzenspiel bot zunächst eine Menge Schmerzen. In einem Zweikampf fiel Jets-Stürmer Andrew Copp auf das Bein von Sharks-Verteidiger Radim Simek, der sich mutmaßlich eine schwere Knieverletzung zuzog. Die Nord-Kalifornier mussten fortan mit fünf Verteidigern operieren. Dabei sprang vor allem Marc-Edouard Vlasic ein (ein Tor, zwei Assists).

National Hockey League - Woche 23
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Danach erheiterten teils sehenswert herausgespielte Treffer das Publikum im Bell MTS Place: Vlasic (9.), Doppelpacker Gustav Nyquist (17., 31.) und Marcus Sörensen (43.) trafen für San Jose. Copp (9.), Bryan Little (10.), Kyle Connor (21., im Powerplay) und Mathieu Perreault für Winnipeg, die abgesehen vom Überzahl-Treffer dreimal mit demselben Schema zum Erfolg kamen: Schuss von der blauen Linie, Abfälscher vor dem Tor. Und so roch in der kanadischen Provinz Manitoba alles nach Verlängerung - bis fünf Sekunden vor Schluss. Der Schweizer Timo Meier spielte im vollen Lauf einen scharfen Querpass auf den zweiten Pfosten, wo Sharks-Kapitän Joe Pavelski den Puck zum 5:4-Endstand ins Tor tippte (60.).

"Unsere Jungs haben geliefert und sind eingesprungen, als sie es mussten. Wir wollten rauskommen, hart spielen, uns an unser System halten und weiter gewinnen", sagte Pavelski nach dem sechsten Sieg in Serie für San Jose. Die Sharks verteidigten damit ihre Spitzenposition in der Pacific Division. Meier (fünf Tore, zwei Assists) und der erneut berauschend auftretende Tomas Hertl (drei Tore, vier Assists) bauten ihre Punkteserien auf jeweils sieben Spiele aus. Die Jets bleiben trotz der Niederlage Tabellenführer der Central Division.

Crosby dreht im Klassiker auf - Malkin markiert 1000. NHL-Punkt

Sidney Crosby & Evgeni Malkin

Jubel-Doppel: Pittsburghs Sidney Crosby (l.) gelang ein Doppelpack, Evgeni Malkin (r.) der 1000. NHL-Punkt. picture alliance

Das zweite Treffen mit Play-off-Atmosphäre bot der Klassiker zwischen Pittsburgh und Washington - zwei große Rivalen aus der Metropolitan Division. Das "ewige Duell" der beiden Superstars Sidney Crosby gegen Alex Ovechkin entschied der kanadische Mittelstürmer klar für sich: Zum einen gewannen er mit 5:3, zum anderen schnürte "Sid" einen Doppelpack, während "Ovi" lediglich einen Assist beisteuern konnte. Die Capitals gingen durch einen Doppelschlag von Jakub Vrana in Führung (20., 31.), dann gelangen den Penguins vier unbeantwortete Treffer durch Jake Guentzel (33.), Crosby (34., 35.) und Phil Kessel (42.). John Carlsson brachte die Hoffnung der Hauptstädter noch einmal kurz zurück (45.), dann aber besiegelte Jared McCann mit einem Schuss ins leere Tor den Heimsieg für die Stahlstädter (60.).

Doch nicht nur Crosby, sondern auch Evgeni Malkin erlebte einen unvergesslichen Abend. Der Russe legte zwei Tore auf und erreichte somit den Meilenstein von 1000 Scorerpunkten in der NHL. "Endlich", zeigte sich Malkin erleichtert. "In den letzten Wochen bin ich ein wenig nervös geworden. Es hat lange gedauert, aber jetzt ist es vorbei und ich kann wieder normal atmen. Ich danke meinen Teamkollegen. Es ist ein besonderer Tag für meine Familie und meine Freunde. Ich habe mein ganzes Leben Hockey gespielt. Es ist großartig, das erreicht und hier gegen Washington gewonnen zu haben."

Zwei Sieger im Fernduell: Columbus und Montreal marschieren

NHL Saison 2018/19

Die Columbus Blue Jackets und die Montreal Canadiens liegen punktemäßig gleichauf - allerdings trennt die beiden Eastern-Conference-Klubs ein nicht unbedeutender Strich, der den Unterschied zwischen Play-offs und Sommerpause kennzeichnet. Nun lieferten sich beide Teams ein Fernduell und fuhren jeweils Siege ein: Dank der Tore von Max Domi (33., 60.) und Brett Kulak (38.) setzten sich die Habs mit 3:1 gegen die Detroit Red Wings durch. Die Blue Jackets hatten eine weitaus schwerere Aufgabe, besiegten aber die Boston Bruins auf eigenem Eis mit 7:4. Josh Anderson (8.), Ryan Dzingel (15.), Dreierpacker Boone Jenner (20., 29., 60.), Matt Duchene (28.) und Zach Werenski (53.) trafen für Columbus.

NHL kompakt

Die Calgary Flames setzten ein Ausrufezeichen und fegten die New Jersey Devils mit 9:4 aus der Halle. An sechs der neun Treffer war der herausragende Johnny Gaudreau (drei Tore, drei Assists) beteiligt. Die Anaheim Ducks mit ihrem deutschen Verteidiger Korbinian Holzer (13:16 Minuten Eiszeit) feierten einen 3:2-Heimsieg gegen die favorisierten Nashville Predators. Einen "Big Point" im Play-off-Rennen landeten die Arizona Coyotes dank einer starken Torwart-Leistung von Darcy Kuemper (39 Saves, 97,5 Prozent Fangquote) durch einen 3:1-Auswärtssieg bei den St. Louis Blues und kletterten somit auf einen Wildcard-Platz in der Western Conference. Die Buffalo Sabres gingen gegen die Dallas Stars komplett leer aus und verloren mit 0:2. Während Roope Hintz beide Tore für die Texaner erzielte, stoppte Goalie Ben Bishop alle 35 Schüsse für seinen sechsten Saison- bzw. 30. Karriere-Shutout und ist seit 204:20 Minuten ohne Gegentor.

NHL-Ergebnisse vom Dienstag, dem 12. März 2019:

Buffalo Sabres - Dallas Stars 0:2
Pittsburgh Penguins - Washington Capitals 5:3
Columbus Blue Jackets - Boston Bruins 7:4
Montreal Canadiens - Detroit Red Wings 3:1
St. Louis Blues - Arizona Coyotes 1:3
Winnipeg Jets - San Jose Sharks 4:5
Calgary Flames - New Jersey Devils 9:4
Anaheim Ducks - Nashville Predators 3:2

Christian Rupp

Die dritten Trikots in der NHL