BVB bei Angstgegner Hertha BSC gefordert

Weigl meldet sich zurück und verbreitet Zuversicht

Julian Weigl

Stellt sein Comeback für Samstag in Aussicht: Julian Weigl. imago

Das Team von Pal Dardai gilt in Dortmund als eklig, unbequem und schwer zu spielen. Seit vier Spielen wartet der BVB auf einen Sieg gegen die Hertha. "Das ist eine sehr unangenehme Mannschaft, die sich total stabilisiert hat", sagt Julian Weigl, "sie machen die Räume eng und versuchen, hoch zu pressen." Drei Punkte im Olympia-Stadion hält der 23-Jährige trotzdem für erreichbar, "wenn wir mit der Einstellung vom Stuttgart-Spiel und mit der ersten Hälfte von Tottenham in die Partie gehen".

Beim spät finalisierten 3:1-Erfolg der Kollegen über den VfB Stuttgart lag Julian Weigl zuhause auf der Couch, gesundheitlich angeschlagen. Imponiert hat ihm, "mit wieviel Willen und Kraft wir den Sieg errungen haben. Ich glaube schon, dass uns das allen noch einen Schub gibt." Aus den 90 Minuten von Samstag filtert Weigl die Erkenntnis heraus, dass Borussia Dortmund im Bedarfsfall in der Lage ist, neben den schönen Künsten auch "die anderen Tugenden" in die Waagschale zu werfen: Leidenschaft, Kampf, einen unbändigen Willen. "Wir haben gesehen, dass man es auch mal erzwingen muss. Und dass wir das können. Das gibt uns Zuversicht für die nächsten Wochen."

"Wir sollten unsere Marschroute nicht ändern"

Nach nur einem Sieg in den acht Spielen vor Stuttgart könnte der samstägliche Dreier eine Trendwende eingeläutet und Dortmunds Delle beendet haben. Zu einem offensiveren Umgang mit den eigenen Meisterschafts-Ambitionen verleitet das Weigl nicht. "Wir haben die ganze Saison von Spiel zu Spiel geschaut. Ich bin immer noch der Meinung, dass das die richtige Route ist." Und weiter: "Wir sollten unsere Marschroute nicht ändern - und weiter nur auf uns gucken."

Das eigene Comeback stellt Weigl für Samstag (Anstoß 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in Aussicht. Nach einer lockeren Laufeinheit am Dienstag will er am Mittwoch wieder voll ins Training einsteigen. "Ich denke schon, dass es bis zum Wochenende reichen wird", sagt er. Als ausgebildeter Mittelfeldspieler könnte sein Einsatzgebiet dann erneut in der Innenverteidigung liegen, wo ihn Lucien Favre in der Rückrunde schon gegen Leipzig, Hannover, Frankfurt, Bremen (Pokal), Hoffenheim, Nürnberg und Tottenham einsetzte. "So langsam" fühlt sich Weigl in der neuen Rolle wohl, die er "am Anfang sehr ungewohnt" fand. Ins defensive Mittelfeld dirigierte ihn der Trainer 2019 nur einmal ein - beim 3:2 gegen Leverkusen am 23. Februar.

Weigl kommt in der laufenden Saison auf zehn Bundesliga-Einsätze und mausert sich zum Erfolgsgaranten: Mit ihm hat der BVB kein Spiel verloren (sieben Siege, drei Unentschieden).

Thomas Hennecke