Vor dem Duell zwischen 1860 München und Unterhaching

Derby: "Hat was von Mini-Champions-League"

Claus Schromm (links) und Daniel Bierofka

Derbytime: Heute Abend stehen sich Haching-Coach Claus Schromm (li.) und 1860-Trainer Daniel Bierofka gegenüber. Picture Alliance

In der Saison 2000/01 scheiterte 1860 in der dritten Runde der Champions-Legaue-Qualifikation an Leeds United (0:1, 1:2). Damals in beiden Spielen auf dem Platz: Daniel Bierofka. Der heutige Trainer und Klub-Ikone weiß also, wovon er auf der Vereinswebsite spricht: "Wenn das Flutlicht im Grünwalder Stadion angeht, herrscht immer ein besonderer Flair. Das hat was von Champions League - von Mini-Champions-League."

Da muss man sich ab und an nochmal kneifen.

Unterhachings Trainer Claus Schromm vor dem Spiel gegen 1860
Spielersteckbrief Schwabl

Schwabl Markus

Trainersteckbrief Schromm

Schromm Claus

Trainersteckbrief Bierofka

Bierofka Daniel

Das bislang letzte Duell im "Sechzger-Stadion" datiert vom 8. August 2004 in der zweiten Bundesliga. Danach folgten Abstiege bei beiden Vereinen und Stadionwechsel beim TSV. Dass nun schon das zweite Duell der Saison gegen die Weiß-Blauen ansteht, fällt Haching-Coach Claus Schromm schwer zu glauben, wie auf der Website zu lesen ist: "Da muss man sich ab und an nochmal kneifen, dass es tatsächlich Realität ist, dass wir gegen die Löwen spielen."

In der Tabelle trennen beide Teams nur einen Punkt. Dass Hachings Vorsprung von neun Punkten zur Winterpause auf Sechzig geschmolzen ist, liegt an der Rückrundenform beider Mannschaften. Tabellensechster Unterhaching konnte lediglich sechs Punkte aus sieben Spielen sammeln, während der Neunte 1860 mit 14 Zählern aus acht Partien im Soll liegt. Für die Spielvereinigung steht noch ein Nachholspiel gegen Cottbus an.

Die Chancen stehen Fifty-Fifty.

1860-Coach Daniel Bierofka

Einen klaren Favoriten gibt es trotz der unterschiedlichen Formkurven nicht. "Beide Mannschaften sind heiß, freuen sich darauf. Die Chancen stehen Fifty-Fifty", bewertet Bierofka die Kräfteverhältnisse. Schromm ist derweil froh über die ereignisarme Vorbereitung auf das Spiel: "Die Zeit vor dem Derby war richtig ruhig und ich hoffe, wir können dann auch das Spiel morgen genießen."

Wie einige seiner Spieler hat auch Schromm eine Vergangenheit auf Giesings Höhen. Gleich mehrere aktuelle Akteure trugen in der Vergangenheit das Trikot des Gegners. Marius Willsch von 1860, sowie Christoph Greger, Stephan Hain, Dominik Stahl und Markus Schwabl auf Seiten der Hachinger.

Schwabl spendete 700.000 Euro an den Verein

Letztgenannter hat ein prominentes Vorbild, was einen Wechsel zwischen beiden Vereinen betrifft - Vater Manfred Schwabl. Als Spieler knapp drei Jahre für die Löwen aktiv, wechselte er nach seiner Karriere im Jahr 2010 als Funktionär zu den Hachingern. Mittlerweile ist der 52-Jährige Präsident und Gesicht des Vereins.

Anfragen von 1860, ein Amt im Verwaltungsrat zu übernehmen, lehnte er in der Vergangenheit ab. "Ich bin in Unterhaching verwurzelt, jetzt ist Unterhaching mein Baby", sagte er gegenüber der "AZ". Ende des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass er den Verein mit einer Privatspende von 700.000 Euro vor dem Absturz in den Amateurfußball rettete.

Lustige Anekdote: Die Gelbe-Karten-Wette

Das Derby im Grünwalder-Stadion ruft für Schwabl trotz seiner Verbundenheit zu Haching immer noch Emotionen aus seiner Zeit bei Sechzig hervor. Bei einem Bundesligaspiel wettete er mit seinem Mitspieler Thomas Miller, wer zuerst eine Gelbe Karte bekommen würde: "Kurz nach Spielbeginn habe ich die Gelbe Karte gesehen und nach 25 Minuten bin ich mit Gelb-Rot auf der Tribüne gesessen. Wir haben zwar gewonnen, aber da war der Werner Lorant (ehemaliger Trainer, Anm. d. Red.) ganz schön sauer."

Nicht mit der Wut eines Werner Lorants, aber trotzdem nicht gerade erfreut, dürfte Hachings Coach Schromm sein. Die Personallage ist aufgrund vieler verletzter Spieler verzwickt. Zu den Langzeitverletzten Josef Welzmüller (riss sich im Hinspiel das Kreuzband) und Jim-Patrick Müller (Muskelfaserriss) gesellt sich Ex-Löwe Stahl mit einem Zehenbruch. Luca Marseiler (muskuläre Probleme) fällt ebenfalls aus. Fraglich ist der Einsatz von Sascha Bigalke. Der Top-Vorlagengeber der 3. Liga (zwölf Assists) fehlte im vergangenen Spiel gegen Meppen (0:1) erkrankt.

Bei den Löwen fehlen Quirin Moll (Kreuzbandriss), Jan Mauersberger (Muskelfaserriss), Hendrik Bonmann (Fußverletzung), Noel Niemann (Aufbautraining nach Kreuzband- und Meniskusriss) und Willsch (Trainingsrückstand).

kon