OL vor dem Achtelfinal-Rückspiel in Barcelona

Drei vielversprechende Vorbilder: PSG-Aus beschert Lyon Fans

Nabil Fekir, Moussa Dembelé und Memphis Depay

Lyons Hoffnungsträger: Nabil Fekir, Moussa Dembelé und Memphis Depay. Getty Images (2)

Hätte Ludovic Ajorque am Samstagabend nicht die besten zwei Minuten seiner Saison gehabt, wäre die Lage in Lyon vielleicht noch etwas entspannter. Doch auch so, trotz des unnötigen 2:2 in Straßburg , bei dem gleich mehrere Stammspieler geschont worden waren und Ajorque zweimal für die Gastgeber zuschlug, reist Olympique mit breiter Brust nach Barcelona.

Der Tabellendritte der Ligue 1 hat ja in der letzten Woche auch ferngesehen und vermutlich festgestellt, dass diese Champions-League-Spielzeit viel übrig hat für Überraschungen. Nach dem 0:0 im Hinspiel , bei dem Kapitän Nabil Fekir sogar noch gesperrt gefehlt hatte, könnte die Ausgangslage wahrlich ungünstiger sein. Zumal OL in der CL noch kein einziges Spiel verloren, zum Gruppenauftakt sogar bei Manchester City gewonnen hat.

Beide Dembelés machen Lyon und 5000 Fans in Barcelona Hoffnung

Einziger Wermutstropfen, neben den verspielten zwei Punkten in Straßburg, blieb die Verletzung von Abwehrchef Marcelo. Der Ex-Hannoveraner ist zwar mitgeflogen nach Barcelona, sein Einsatz ist aber nach wie vor ungewiss.

Im Camp Nou werden vor 5000 mitreisenden Lyon-Fans Memphis Depay und Fekir in die Startelf zurückkehren. "Es macht immer Spaß, gegen Teams wie Barcelona zu spielen", zeigt sich der Kapitän zuversichtlich. Besonders auf ihn wird es ankommen im bisher wichtigsten Spiel der Saison, "das ist normal", findet Fekir. "Es wird schwer, aber wir geben unser Bestes." Unterstützung erhält der Fast-Liverpooler dabei von Stürmer Moussa Dembelé, der in den letzten zwei Spielen mit vier Treffern glänzte und Lyons bester Torjäger (17 Saisontreffer) ist. Auf der anderen Seite droht Barcelona der Ausfall von Namensvetter Ousmane Dembelé; beides sind gute Nachrichten für Lyon.

Jordi Alba warnt Barça: "Wir waren auch damals Favoriten"

Hinzu kommen die Vorbilder, die die Franzosen an den Coup glauben lassen. Das gilt nicht nur für Ajax nach dem 4:1-Triumph in Madrid oder ManUnited nach der Aufholjagd in Paris. Das gilt auch für die Roma. "Wir waren auch damals Favoriten", alarmierte Barças Linksverteidiger Jordi Alba bereits und bezog sich natürlich auf das letztjährige Viertelfinale. Damals hatten Lionel Messi & Co. einen 4:1-Vorsprung verspielt, OL würde schon ein Remis mit mindestens einem Tor reichen.

Das überraschende Aus von PSG war nicht nur ein Warnsignal für Barça, es sorgte zugleich für mehr Lyon-Fans in Frankreich - wenn es nach Lille-Trainer Christophe Galtier geht, der als Co-Trainer seinen Anteil hatte an Lyons letzter Meistersaison 2007/08. "Meine Daumen sind gedrückt, Lyon kann das schaffen, sie sind technisch und taktisch gut genug. Es wäre wichtig für den französischen Fußball, deshalb sollte jeder Ligue-1-Fan am Mittwoch OL-Fan sein."

mkr