Machbarkeitsstudie der FIFA: Turnier mit 48 Teams möglich

XXL-WM 2022: Bis zu sechs Spiele am Tag - Weiterer Ausrichter gesucht

Al-Wakrah-Stadion in Katar (Illustration)

Ein Schauplatz der WM 2022: Das Al-Wakrah-Stadion in einer Illustration. Getty Images

Laut Nachrichtenagentur AP stuft die FIFA eine von ihrem Präsidenten Gianni Infantino propagierte 48er-WM im Jahr 2022 in Katar als machbar ein. Ein derart großes Teilnehmerfeld hätte jedoch Folgen.

So könnten während des Turniers bis zu sechs Spiele pro Tag stattfinden. Bislang waren es maximal vier. Nur so könnte der anvisierte Zeitraum vom 21. November bis 18. Dezember 2022 eingehalten werden.

Das laut Studie vorgesehene Format bei 48 Teams: 16 Dreiergruppen und anschließend vier K.-o.-Runden bis zum Endspiel. Statt 64 würden 80 Partien stattfinden.

Die Aufstockung hätte natürlich auch wirtschaftliche Folgen - die FIFA kann mit einem zusätzlichen Plus von 400 Millionen Dollar rechnen.

Nicht das Geld fehlt, sondern der Platz

Sollte das XXL-Turnier tatsächlich kommen, dann unter einer Bedingung: Katar müsste mindestens ein Co-Gastgeber-Land an die Seite gestellt werden. Mögliche Kandidaten sind Bahrain, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Derzeit wird Katar allerdings von diversen Nachbarländern diplomatisch boykottiert, was die Suche nach einem Co-Gastgeber erschwere, wie es laut AP in der Studie heißt. Die "New York Times" schreibt, dass eigentlich nur Kuwait und Oman infrage kämen.

Eine eindeutige Reaktion aus Katar gibt es bislang nicht. Intern berichtete Infantino aber, dass sich sowohl die Regierung des Emirats als auch das Organisationskomitee die Aufstockung vorstellen könnten. Ob neben einigen WM-Spielen auch noch einige Teams "ausgelagert" werden müssten, ist offen. Katar ist in etwa halb so groß wie Hessen - das Geld für mehr Trainingsplätze und Hotels würde zwar nicht fehlen, aber schlichtweg der Platz.

Keineswegs problemlos dürfte die Schaffung der nötigen Infrastruktur im Co-Gastgeber-Land sein - 192 Wochen sind es noch bis Turnierbeginn.

Termin am Freitag

Wie geht es nun weiter? Am Freitag trifft sich das FIFA-Council, dem auch DFB-Präsident Reinhard Grindel angehört, im Miami zu einer richtungsweisenden Sitzung, bei der die Studie vorgestellt werden wird. Ein formaler Beschluss müsste dann wohl vom FIFA-Kongress am 5. Juni in Paris getroffen werden.

aho/dpa/sid