Bundesliga

Marco Friedl hofft: Wiedersehen mit Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen ohne Déjà-vu

Bremen: Ausgerechnet gegen Bayer ist der Youngster wieder gefragt

Friedl hofft: Wiedersehen ohne Déjà-vu

Ein Tag zum Vergessen: Im Hinspiel gegen Leverkusen lief für Marco Friedl und Werder Bremen fast alles schief.

Ein Tag zum Vergessen: Im Hinspiel gegen Leverkusen lief für Marco Friedl und Werder Bremen fast alles schief. imago

Die völlig überforderte Bayern-Leihgabe (kicker-Note 5,5) musste bereits zur Pause wieder raus und wurde so zur Symbolfigur des damaligen Bremer Defensiv-Chaos. Kuriose Kapriole des Profi-Schicksals: Ausgerechnet im Rückspiel am Sonntag in der BayArena ist Friedl seit langem mal wieder in der Anfangsformation gefragt.

Bislang stand der Verteidiger nach dem 2:6-Debakel nur noch einmal auf Bundesliga-Rasen: Am 14. Spieltag lieferte er beim 3:1 gegen Düsseldorf als Vertreter des gesperrten Niklas Moisander eine solide Vorstellung ab (kicker-Note 3,5). Jetzt darf der Linksfuß, eigentlich erster Backup von Außenverteidiger Ludwig Augustinsson, wegen der Ausfälle von Sebastian Langkamp (Schulterverletzung) und Milos Veljkovic (Gelbsperre) erneut im Abwehrzentrum ran. Erstmals übrigens neben Moisander, der dem Youngster zusätzlichen Halt geben könnte. Dass Friedl wohl den rechten Part der Innenverteidigung übernehmen muss, gilt als geringstes Problem. Schließlich wird er von Trainer Florian Kohfeldt grundsätzlich sogar als mögliche Alternative auf dem rechten Außenverteidigerposten gehandelt und kam dort vergangene Saison auch schon zum Einsatz.

Kohfeldt: "Er ist für mich ein sehr guter Innenverteidiger"

Spannend bleibt die Frage angesichts der Vorgeschichte aber gleichwohl: Kann Friedl, der am Samstag vor der Partie 21 Jahre alt wird, beim Wiedersehen mit Bayer ein unliebsames Déjà-vu verhindern? Sein Boss hat da keine Sorge: "Ich bin insofern ruhig, als ich weiß, was Marco kann", versichert Kohfeldt. "Er ist für mich ein sehr guter Innenverteidiger, der auf dem Weg sein könnte, ein Top-Spieler zu werden. Da gehört zwar noch viel dazu, aber die reinen Fähigkeiten hat er."

Das Leihgeschäft mit dem FC Bayern läuft im Sommer aus

Diese ohne jeden Spielrhythmus ausgerechnet gegen Leverkusens Top-Offensive unter Beweis zu stellen, gleicht freilich einer Herkulesaufgabe. Ob Friedl daran wächst oder im schlimmsten Fall zerbricht, könnte auch für seine mittelfristige Perspektive maßgeblich sein. Das Leihgeschäft mit dem FC Bayern läuft im Sommer aus, Werder bemüht sich um eine Verlängerung der Zusammenarbeit - bisher noch ohne Resultat. Friedls Auftritt am Sonntag dürfte schon mit beeinflussen, wie sehr der Klub sein Werben intensiviert. Ganz abgesehen von der Frage, welche Chancen auf Spielpraxis sich der Profi selbst künftig an der Weser ausrechnen darf. Schließlich steht er aktuell erst vor seinem vierten Saisoneinsatz, es wäre der dritte von Beginn an. Vergangene Spielzeit kam Friedl noch auf zehn Partien, davon sechs in der Anfangsformation. Echte Weiterentwicklung fühlt sich für ein Talent zumindest subjektiv vermutlich anders an.

Thiemo Müller