Dortmund: Torjäger trifft zuletzt zweimal in Serie

Paco Alcacer: Auf dem Weg zurück zur Leichtigkeit?

Paco Alcacer trifft gegen den VfB zum 2:1

"Ein Tor von einem Stürmer": Paco Alcacer markiert das 2:1 gegen den VfB. imago

Die Hinrunde hatte Paco Alcacer wie in einem Rausch erlebt. Spät verpflichtet, viele Jokereinsätze, aber eine blitzsaubere Bilanz bis Weihnachten: Wettbewerbsübergreifend 13 Treffer und ein Assist - Borussia Dortmund hatte seine lang ersehnte Tormaschine gefunden. "Pacogol", vom Boulevard auch "Doppelpaco" oder "Knallcacer" genannt, verzauberte die Massen. "Wir hatten gehofft, dass es passen könnte", sagte Sportdirektor Michael Zorc, "aber dass er so einschlagen würde, hätten wir nicht zu hoffen gewagt." Torhüter Roman Bürki schwärmte: "Er steht immer da, wo ein Stürmer stehen muss."

Nach der Winterpause beginnt die Durststrecke

Zumindest in den ersten Spielen des neuen Jahres konnte davon nicht mehr die Rede sein. Paco Alcacers Leistungsdaten verblassten, im Pokal-Thriller gegen Bremen verschoss er einen Elfmeter, in anderen Spielen ließ er allerfeinste Möglichkeiten liegen. Dortmunds Chefknipser gingen Selbstbewusstsein und Leichtigkeit verloren, er haderte mit sich und mit den Umständen. "Es konnte nicht in dem Tempo der Hinrunde weitergehen", meint Sportdirektor Zorc nachsichtig, "dann hätte er Gerd Müller sogar in den Schatten gestellt."

Spielersteckbrief Paco Alcacer

Alcacer Garcia Francisco

Große Erleichterung nach dem 2:1 gegen Stuttgart

Auch gegen Augsburg, Tottenham und Stuttgart hat der 25-Jährige Chancen versiebt, die er zuvor leicht und lässig verwertet hätte. Aber getroffen hat er auch, in Augsburg und gegen Stuttgart. Die Erleichterung darüber war am Samstagabend fast mit den Händen zu greifen, es schien, als sei ihm nicht nur ein Stein vom Herzen gefallen, sondern ein ganzes Gebirge. Minuten später steckte das persönliche Glück schon wieder in branchenüblicher Routine-Rhetorik: "Ich freue mich, dass ich getroffen habe. Aber am wichtigsten ist der Teamerfolg." Wichtig sind die drei Punkte - der wunderbare Stephane Chapuisat ließ grüßen.

Möglicherweise wird man in den nächsten Wochen wieder mehr von Paco Alcacer sehen - und hören. Dass hinter ihm mit Marco Reus und Mario Götze jetzt zwei kreative Akteure wirbeln, könnte seinem Spiel zugutekommen. Und seine Produktivität erhöhen.

Thomas Hennecke