Bundesliga

X-Faktor: Schlotterbeck, der Zweite

Freiburg: Kübler schon operiert, Gehirnerschütterung bei Lienhart

X-Faktor: Schlotterbeck, der Zweite

Vincenzo Grifo und Nico Schlotterbeck

Am Siegtreffer beteiligt: Nico Schlotterbeck (r., hier mit Vincenzo Grifo). imago

Besonders die 81. Minute im Spiel gegen Berlin wird Nico Schlotterbeck an dem für ihn historischen Tag wohl nie vergessen. Vincenzo Grifo servierte einen perfekten Eckball in Richtung des kurzen Pfostens, Schlotterbeck lief entschlossen ein, der Ball landete im Netz und er wurde vor der Freiburger Fantribüne von jubelnden Mitspielern bestürmt.

Gleich das Siegtor im ersten Bundesliga-Spiel? Nicht ganz, letztlich köpfte der von Schlotterbeck bedrängte Hertha-Stürmer Vedad Ibisevic - Eigentor . Die Freiburger sehen das jedoch ein wenig anders als gründliche Statistik-Beauftragte. "Ich würde das Tor dem Schlott geben, er hat brutalen Willen gezeigt", sagte Christian Günter. Torwart Alexander Schwolow stimmte ihm zu: "Er hat das Tor provoziert, ich würde es ihm zuschreiben." Und Christian Streich analysierte: "Er war beteiligt. Er ist groß und wuchtig, läuft an die richtige Stelle, wo er hinlaufen soll. Vince spielt einen überragenden Eckball, der ist extrem schwer zu verteidigen, Ibisevic muss ja hingehen."

Spielersteckbrief Kübler

Kübler Lukas

Spielersteckbrief Lienhart

Lienhart Philipp

Spielersteckbrief N. Schlotterbeck

Schlotterbeck Nico

Spielersteckbrief K. Schlotterbeck

Schlotterbeck Keven

Unterm Strich steht ein wichtiger Sieg auf dem Weg zum Klassenerhalt, der Streich kräftig durchatmen ließ: "Ich bin extrem erleichtert, ich gebe es ehrlich zu." Aber warum hatte Nico Schlotterbeck, der offiziell noch gar nicht zum Profikader zählt, dazu überhaupt seinen Teil beitragen können? Warum stand nicht wie zuletzt sein über zweieinhalb Jahre älterer Bruder Keven im Kader, der am 20. Spieltag in Stuttgart für den verletzten Manuel Gulde eingewechselt wurde und ein unaufgeregtes Debüt (kicker-Note 3) gab?

Nico und Keven - "Die beiden sind sich nicht unähnlich"

Streich erläutert den Hintergrund: "Keven hat die letzten Wochen nicht gespielt. Deshalb haben wir gesagt, er geht mit der zweiten Mannschaft nach Balingen und spielt. Denn, wenn er ein paar Wochen nicht spielt und kommt dann bei uns rein, ist es nicht gut. Er muss immer mal wieder zwischendrin spielen." Und: "Nico macht es auch gut im Training, die beiden sind sich nicht unähnlich. Wir haben nicht gedacht, dass wir ihn einwechseln. Aber wir haben gewusst, wir können ihn einwechseln."

Während Keven am Samstag mit der U 23 die Partie bei der TSG Balingen, in der Profi-Außenbahnspieler Brandon Borrello die Gelb-Rote Karte sah, 0:1 verlor, durfte sein kleiner Bruder mit dem Bundesligateam feiern: "Nico ist groß und fußballerisch gut", lobt Streich, betont aber: "Er muss noch viel lernen."

Lange Pause für Kübler

Spannend ist nun, ob einer der Schlotterbecks in Gladbach eine zweite Chance bekommt. Nico hatte schließlich wie sein Bruder in Stuttgart von einer Verletzung profitiert. Innenverteidiger Philipp Lienhart hatte nach einem Kopf-Zusammenprall mit Salomon Kalou in der Halbzeit wegen Sehstörungen in der Kabine bleiben müssen. Inzwischen wurde beim Österreicher eine Gehirnerschütterung diagnostiziert, Rückkehrzeitpunkt ungewiss. Bei Lukas Kübler haben sich indes alle schlimmen Befürchtungen bewahrheitet. Der Rechtsverteidiger wurde noch am Samstagabend am gebrochenen Sprunggelenk operiert und wird sicher über das Saisonende hinaus ausfallen.

Carsten Schröter-Lorenz

Bilder zur Partie SC Freiburg - Hertha BSC