Die Roten Teufel können sich gegen Jena von unten absetzen

Kaiserslautern: Junge Wilde machen Mut

Christian Kühlwetter (links) und Dominik Schad

Hoffnungsträger: Die jungen Spieler Christian Kühlwetter (links) und Dominik Schad sollen den FCK mittelfristig wieder in die zweite Bundesliga führen. Imago

An das Hinspiel gegen Carl Zeiss (3:3) wird sich Christian Kühlwetter gerne erinnern. In seinem ersten Drittligaeinsatz am achten Spieltag trifft der Linksaußen gleich zum 1:0. Es war der Startschuss einer erfolgreichen Saison für den 22-Jährigen, der in 18 Spielen zum Einsatz kam und bereits sechs Tore und drei Vorlagen beisteuerte.

Auch im vergangenen Auswärtsspiel bei Fortuna Köln (2:2) traf der beste Torschütze des Teams und holte den Elfmeter heraus, der zum zweiten Treffer führte. Neben ihm zählten in Lennard Grill (20), Carlo Sickinger (21), Dominik Schad (22), Gino Fechner (21) und Antonio Jonjic (19) fünf weitere Jungspunde zur Startelf. Dazu gesellen sich der eingewechselte Elias Huth (22), Lukas Gottwald (21) und Theodor Bergmann (22). Gemeinsam kommen die neun Youngster schon auf 120 Saisoneinsätze.

Wir wollen eigentlich niemanden abgeben.

Kaiserslauterns Geschäftsführer Martin Bader

"Es ist schön für uns, eine so junge und entwicklungsfähige Mannschaft zu haben. Das große Ziel, den sportlichen Erfolg, dürfen wir dabei aber nicht aus den Augen verlieren", erklärt Geschäftsführer Martin Bader. Damit es sportlich in der kommenden Saison besser läuft, soll der Kader beisammen gehalten werden: "Mannschaften, die über einen längeren Zeitraum zusammenbleiben, sind meist erfolgreicher. Wir wollen eigentlich niemanden abgeben. Zudem sind wir uns auch sicher, dass in dieser Mannschaft mehr Substanz steckt als der 13. Tabellenplatz."

Doch ebendiese Platzierung ist momentan Realität. Sieben Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sind zwar ein passables Polster, doch in der englischen Woche kann vieles passieren. Denn innerhalb von sieben Tagen spielt Lautern gegen drei Tabellennachbarn. Jena steht auf Rang 18, einen Platz vor Eintracht Braunschweig, die am Mittwoch am Betzenberg gastieren. Danach muss der FCK nach Lotte. Die Sportfreunde haben aktuell einen Punkt mehr als Kaiserslautern.

Hildmann fordert großes Risiko

Trainer Sascha Hildmann möchte bei der Pressekonferenz von diesen Worst-Case-Rechnereien nichts wissen: "Wir haben fünf Punkte Rückstand auf Platz fünf, ich versuche das positiv zu sehen." Als Marschroute gibt er für seine Mannschaft vor, "schnellstmöglich nach vorne zu spielen und großes Risiko einzugehen".

Carl Zeiss befindet sich in einem Formtief. Aus den sieben Rückrundenspielen konnten die Jenaer zwar fünf Punkte holen, erzielten allerdings nur einen Treffer und sind noch ohne Sieg. Eine Warnung für die Pfälzer, dass Jena sehr wohl weiß wo das Tor steht, ist das Hinspiel (3:3). Trotz zweimaliger Führung kam Jena zurück und knüpfte Lautern einen Punkt ab.

Der rennt bis morgen früh und zurück und dann wieder irgendwohin

Trainer Sascha Hildmann über Antonio Jonjic

Wieder einsatzbereit ist auf Kaiserslauterer Seite Mads Albaek. Der Spieler "für die entscheidenden Momente" (Hildmann) laborierte die gesamte Rückrunde an einem Muskelfaserriss. Spielen wird wahrscheinlich auch wieder Jonjic, der in der Rückrunde bislang in fünf Spielen zum Einsatz kam (kicker-Notendurchschnitt 2,88). "Toni kriegst du nicht müde. Der rennt bis morgen früh und zurück und dann wieder irgendwohin", antwortet Hildmann auf die Frage, ob Jonjic eine Pause vertragen könne. Sicher ausfallen werden Fechner (5. gelbe Karte) und die Langzeitverletzten Dylan Esmel, Lukas Spalvis und Flavius Botiseriu.

Jena setzt auf Defensivstärke

Auf Jenaer Seite könnte Matthias Kühne, der seine Rückenprobleme überwunden hat, in den Kader zurückkehren. Julian Günther-Schmidt, Maximilian Wolfram und Sören Eismann fallen weiterhin aus. FCC-Trainer Lukas Kwasniok gibt auf der Vereinswebsite seinen Matchplan bekannt: "Es wird am Sonntag unsere Marschroute sein, so lange wie möglich die Null zu verteidigen." Auch wenn es in der Offensive momentan hapert, war auf die Defensive zuletzt Verlass. In der Rückrunde musste Keeper Raphael Koczor erst viermal hinter sich greifen - ligaweit viertbester Rückrundenwert.

kon