Bundesliga

Hannover und das Walace-Desaster

96-Präsident Kind zerlegt sein Tafelsilber

Das Walace-Desaster

Walace

Dramatischer Formverfall: Hannovers Walace ist nur noch Bankdrücker. imago

Im Oktober sprach 96-Manager Horst Heldt im kicker noch voller Begeisterung: "Ich kann mich nicht erinnern, in all den Jahren einen so guten Spieler gehabt zu haben." Die Rede war von Walace, dem filigranen Wellenbrecher im defensiven Mittelfeld, der auf Anhieb hielt, was er versprach. Der Brasilianer überzeugte und kehrte zurück in die Selecao. Die Rechnung sah gut aus: Der Ex-Hamburger, der für rund 35 Millionen Euro aus seinem bis 2022 laufenden Vertrag herausgekauft werden kann, wird 96 schon bald einen üppigen Gewinn bescheren. "Bei ihm", glaubte Heldt, "schauen die großen Vereine nun sicher genau hin."

Kinds Aussagen sind wenig hilfreich

Sollten die Großklubs das getan haben, hat Hannover nun ein Problem. Denn: Der Formverfall seines gedachten Leistungsträgers ist dramatisch, beim so wichtigen "Abstiegsendspiel" am vergangenen Sonntag in Stuttgart (1:5) saß der Südamerikaner gar 90 Minuten auf der Bank. Das Walace-Desaster. Auf dem Platz, wo sich der Brasilianer bei Standardsituationen nicht an einfachste Regeln hielt, und daneben, wo er wie ein Fremdkörper wirkt. Wenig hilfreich sind zudem die Aussagen von Martin Kind an diesem Mittwoch.

Spielersteckbrief Walace
Walace

Souza Silva Walace

Der 96-Präsident zerlegt in der "Neuen Presse" sein vermeintliches Tafelsilber in alle Einzelteile: "Mit Spielern wie Walace, die offensichtlich nicht bereit sind, alles zu investieren, brauchen wir auch nicht zu planen." Kaum vorstellbar, dass sich auf der Welt ein Klub findet, der bereit ist, mehr als 30 Millionen für einen solchen "Profi" zu investieren.

Thomas Hiete