DEL, Play-offs, Qualifikationsrunde

Bremerhaven und Straubing fordern "gefallene" Topteams

Nürnbergs Will Acton und Bremerhavens Alexander Friesen (v.li.)

Ringen um einen Play-off-Platz: Nürnbergs Will Acton und Bremerhavens Alexander Friesen (v.li.). imago

Fischtown Pinguins (7.) - Thomas Sabo Ice Tigers (10.)

Saisonverlauf: Lange Zeit war Bremerhaven neben Augsburg das Überraschungsteam der Saison, das sich wochenlang in luftigen Tabellenhöhen aufhielt. Erst gegen Ende der Spielzeit rutschten die Pinguins nach und nach ein wenig ab - nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Ausfälle. Stärke der Norddeutschen ist eine physische Spielweise mit viel Zug zum Tor, in der nicht nur die beiden Topscorer Mark Zengerle (52 Scorerpunkte) und Chad Nehring (50) auch individuelle Fähigkeiten mitbringen.

DEL Play-offs - Qualifikationsrunde - Best of 3
Qualifikationsrunde - Best of 3

Die Nürnberger, die zuletzt dreimal in Folge im Halbfinale standen und in den letzten beiden Hauptrunden jeweils die 100-Punkte-Marke geknackt hatten, enttäuschten über weite Strecken der Saison. Hierzu trug eine Verletzungsserie in den Anfangsmonaten durchaus bei, doch die Probleme lagen tiefer. Weder unter dem schon am 4. Spieltag entlassenen Kevin Gaudet, noch danach unter Sportdirektor Martin Jiranek in Doppelfunktion, fanden die Ice Tigers die Struktur, Konstanz und Disziplin, die sie unter Rob Wilson in den Jahren zuvor zu einem Topteam hatten werden lassen.
Hauptrunde: 2:6, 2:1, 3:7, 4:2.

Ausblick: Beide Mannschaften ähneln einander in Sachen Spielanlage. Denn beide Teams bevorzugen eine physischere Spielweise im Vergleich zum Tempoeishockey anderer Klubs. Auf dem Papier sind die Franken dabei klar im Vorteil; erst recht, da mit den Dauerverletzten Chris Rumble und Ross Mauermann, vor allem aber Kapitän Mike Moore und Jan Urbas, der sich ausgerechnet im Spiel gegen Nürnberg am Freitag (4:2) eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, mehrere Schlüsselspieler wohl ausfallen werden.

Was gegen die Ice Tigers spricht: Während Bremerhaven Moral bewies und mit dünner Besetzung auch am Sonntag in München (4:1) siegte, präsentierten sich die Nürnberger in den letzten Wochen - nach einem starken Januar, der letztlich Platz zehn sicherte - wieder über weite Strecken in der desolaten Verfassung der Anfangsmonate der Saison.
kicker-Tipp: Bremerhaven gewinnt mit 2:1.

Straubing Tigers (8.) - Eisbären Berlin (9.)

Straubings Max Renner und Berlins Martin Buchwieser (v.li.)

Wer hat die Nase vorne? Berlins Martin Buchwieser oder Straubings Max Renner (li.)? imago

Saisonverlauf: Dank einer Reihe cleverer Verstärkungen wie Top-Verteidiger Fredrik Eriksson (30 Scorerpunkte) oder Sven Ziegler (18 Tore) spielten die Niederbayern überraschend von Beginn an in der oberen Tabellenhälfte mit. Mit schnellem, effektivem und gut strukturierten Eishockey waren die Tigers um DEL-Topscorer Jeremy Williams (30 Tore, 28 Assists) stets ein unangenehmer Gegner. Auch wenn die Leistungen in der Schlussphase der Saison unbeständiger wurden, spielte Straubing bis zum 52. Spieltag um Platz sechs mit. Am Sonntag in Ingolstadt fehlte zwischenzeitlich nur ein Tigers-Tor, um statt der Schanzer direkt in die Play-offs einzuziehen.

Ein einziger Sieg fehlte den Eisbären im April 2018 zur Meisterschaft. Wie in Nürnberg folgte nach freiwilligem Abgang des Trainers (Uwe Krupp wechselte zu Sparta Prag) ein gewaltiger Einbruch, nebst Übernahme der Coaching-Position durch den Sportdirektor Stephane Richer. Auch die Verletzungsproblematik war bei den Hauptstädtern enorm. Ende Januar geriet sogar Platz zehn in arge Gefahr, doch mit vier Siegen in Folge sicherten sich die Hauptstädter letztlich noch Rang neun.
Hauptrunde: 5:3, 0:4, 1:0 n.P., 7:3.

Ausblick: Beide Mannschaften verfügen in Jeff Zatkoff (Fangquote: 91,0 Prozent) und Kevin Poulin (91,5) über starke Keeper. Während sich bei den Straubingern aber viel auf die Topspieler Williams, Mike Connolly, Nationalspieler Stefan Loibl oder Eriksson fokussiert, ist bei den Berlinern die große Ausgeglichenheit im Kader ein Trumpf. Nachverpflichtung Austin Ortega schlug mit neun Punkten aus fünf Spielen voll ein.

Faktor Verletzungen: Noch immer fehlen den Eisbären mit Mark Cundari, Thomas Oppenheimer und wohl auch Mark Olver und Florian Busch mehrere Stammkräfte, während Straubing wohl nur auf Mitch Heard verzichten muss. Doch die zuletzt wieder erstarkten Berliner verfügen über viel Qualität und wissen, wie man Play-off-Spiele gewinnt - auch in Straubing: Denn schon 2017 traf man der Qualifikationsrunde aufeinander, die Eisbären gewannen mit 2:0 zu Hause und anschließend auf hochdramatische Weise auch mit 3:2 durch ein Tor in der 104. Minute in Straubing.
kicker-Tipp: Berlin gewinnt mit 2:0.

jom