Fürth verliert beim HSV nach Platzverweis für Green

Leitl: "Gegen zwölf Mann kannst du nicht gewinnen"

Julian Green, Christian Dingert

Schlüsselszene: Schiedsrichter Christian Dingert schickt Julian Green mit Gelb-Rot vom Platz. imago

Es war wohl der Knackpunkt des Spiels. Gegen Mitte der zweiten Hälfte wurde Green im Strafraum des HSV freispielt und legte sich den Ball an Gegenspieler Gideon Jung vorbei. Nach einem leichten Kontakt mit seinem Gegenspieler sackte der bereits verwarnte Green zu Boden. Schiedsrichter Dingert entschied auf Schwalbe und schickte den Fürther Offensivmann - mit etwas Verzögerung - mit Gelb-Rot vom Platz (67.). Eine harte Entscheidung. Was Dingerts Assistenten zudem entgangen war: Bei der Entstehung des Platzverweises hatte Green im Abseits gestanden.

"Der Schiedsrichter hat extrem ins Spiel eingegriffen - wieder mal gegen uns", haderte Torwart Sascha Burchert nach Spielende gegenüber "Sky". Zwar ließen seine Vorderleute auch in Unterzahl kaum etwas zu, nach dem späten Gegentreffer durch Aaron Hunt (85.) stand die Spielvereinigung am Ende trotz einer disziplinierten und kämpferisch starken Leistung jedoch mit leeren Händen da. "Man muss ja selbst ein gewisses Niveau auf den Platz bringen", so Burchert, der mit Blick auf Dingert anfügte: "Es wäre mal ganz cool, wenn das auf der anderen Seite auch so ist."

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Unglücksrabe Green: "Eine Schwalbe sieht anders aus"

Auch für Green selbst war der Platzverweis eine Fehlentscheidung. "Eine Schwalbe sieht anders aus, er trifft mich leicht im Gesicht", beschrieb der Unglücksrabe die Szene. "Ein Elfmeter ist es nicht, aber da muss man einfach weiterlaufen lassen. Der Schiedsrichter hat, glaube ich, sogar vielleicht vergessen, dass ich schon Gelb hatte." Tatsächlich hatte Dingert die Rote Karte etwas verspätet gezückt. "Eine Schwalbe ist für mich, wenn man sich einfach ohne Körperkontakt fallen lässt, aber den gab es ja", so Green weiter. "In der zweiten Hälfte waren wir besser. Wenn wir die Rote Karte nicht bekommen, geht es eventuell anders aus."

Da muss ich mich schon zusammenreißen, um die richtigen Wort zu finden.

Fürths Coach Stefan Leitl

Sein Trainer wurde schon deutlicher. "Das tut heute schon richtig weh", ärgerte sich Leitl nach Spielende. "In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel kontrolliert. Gerade in der Phase, in der wir am Drücker sind, gibt es diese Entscheidung. Da muss ich mich schon zusammenreißen, um die richtigen Wort zu finden." Der 41-Jährige hatte seine Mannschaft beim Platzverweis klar benachteiligt gesehen - und machte Dingert für die bittere 0:1-Niederlage mit verantwortlich: "Letztendlich kannst du gegen zwölf Mann nicht gewinnen."

Leitl vermisst das Fingerspitzengefühl bei Dingert

Für den Coach der Spielvereinigung war die Entscheidung des Unparteiischen aus zwei Gründen falsch gewesen. "Erstmal steht Green im Abseits, das ist die erste Fehlentscheidung", erklärte Leitl. "Außerdem muss man in so einem Spiel auch ein bisschen Fingerspitzengefühl zeigen. Es gibt einen Körperkontakt und es ist sicher kein Elfmeter. Aber ob ich beim zweiten Vergehen gleich die Rote Karte zeigen muss... Dann wird es in Zukunft schwierig im Fußball."

jly