Einzelspringen von der Normalschanze

Kubacki siegt im Schneegestöber von Seefeld

Dawid Kubacki

Kam mit den Bedingungen in Seefeld am besten zurecht: Dawid Kubacki gewann das Springen von der Normalschanze. imago

Erstmals seit 2013 landete in einem WM-Einzel damit kein deutscher Springer auf dem Podest. Von der Großschanze in Innsbruck hatte Markus Eisenbichler die Goldmedaille gewonnen, Karl Geiger hatte Silber geholt. Im Teamwettbewerb war die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster am vergangenen Sonntag ebenfalls nicht zu schlagen gewesen.

Nach dem ersten Durchgang, den Schuster im ZDF wegen der komplizierten Bedingungen als "schwierig für alle Beteiligten" bezeichnet hatte, lag Geiger auf Rang zwei. "Absichern geht gar nicht", sagte Geiger zur Halbzeit und kündigte an, vorne anzugreifen. Das gelang ihm aber nicht. "Karl hatte keine Chance", sagte Schuster zu den äußeren Umständen, bei denen Geiger, der am Ende 18. wurde, springen musste. Als zweitbester Deutscher landete Stephan Leyhe auf dem sechsten Platz. Eisenbichler wurde Siebter.

Bis zum fünften von sechs Skisprung-Entscheidungen an diesem Freitag waren die Titelkämpfe in Tirol Festspiele der DSV-Adler gewesen. Ausgerechnet am schwierigen Bergisel in Innsbruck, an dem die Deutschen jahrelang bei der Vierschanzentournee verzweifelten, hatte Eisenbichler am vergangenen Samstag seinen ersten Sieg gefeiert und war damit gleich Weltmeister geworden. Zusammen mit seinem Zimmerkollegen Geiger feierte er Gold und Silber, am Tag darauf gewann das Duo gemeinsam mit Freitag und Leyhe auch noch überlegen den Titel im Teamspringen.

Die Schützlinge des scheidenden Trainers Schuster haben sich zu Spezialisten bei Großevents entwickelt. Schon bei den Weltmeisterschaften 2015 in Falun und 2017 in Lahti hatte das DSV-Team groß abgeräumt: Vor vier Jahren wurde Severin Freund Weltmeister, vor zwei Jahren hatte der diesmal für das Einzel gestrichene Andreas Wellinger zwei Silbermedaillen erobert.

Das Mixed, das am Samstag das große Finale der Skisprung-Wettbewerbe von Seefeld ist, war bei den Titelkämpfen in der jüngeren Vergangenheit ohnehin in deutscher Hand. Die Bilanz der Deutschen fiel schon nach Teil eins in Innsbruck positiv aus: Die Ausbeute von zwei Goldmedaillen ist für ein Team, das keinen Top-Fünf-Springer im Weltcup stellt, exzellent. Für Coach Schuster war es das letzte große Einzel, er hört nach diesem Winter nach elf Jahren im Amt auf.

Herren, Normalschanze in Seefeld/Österreich

1. Dawid Kubacki (Polen) 218,3 Pkt. (93,0 m/104,5 m); 2. Kamil Stoch (Polen) 215,5 (91,5/101,5); 3. Stefan Kraft (Österreich) 214,8 (93,5/101,0); 4. Philipp Aschenwald (Österreich) 214,5 (91,0/103,5); 5. Richard Freitag (Aue) 211,3 (93,5/103,5); 6. Stephan Leyhe (Willingen) 210,6 (96,5/99,0); 7. Yukiya Sato (Japan) 210,5 (92,0/99,0); Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 210,5 (91,0/102,5); 9. Michael Hayböck (Österreich) 208,5 (93,5/100,0); 10. Killian Peier (Schweiz) 207,4 (98,5/98,0); ... 18. Karl Geiger (Oberstdorf) 199,0 (100,0/92,5) Der Medaillenspiegel der Nordischen Ski-WM

dpa