Bundesliga

Hitzlsperger: Keine Jobgarantie für Weinzierl

VfB-Sportvorstand über Trainerfrage und Sportdirektor-Suche

Hitzlsperger: Keine Jobgarantie für Weinzierl

Thomas Hitzlsperger am Donnerstag bei der Veranstaltung "VfB im Dialog"

Engagierter Auftritt: Thomas Hitzlsperger am Donnerstag bei "VfB im Dialog". picture alliance

Fast eineinhalb Stunden nahmen sich die Vorstände Thomas Hitzlsperger (Sport), Stefan Heim (Finanzen, Verwaltung und Operations) und Jochen Röttgermann (Marketing und Vertrieb) am Donnerstagabend Zeit, um sich in Stuttgart den Fragen der VfB-Mitglieder und -Fans zu stellen. Vor allem der neue Sportvorstand wurde bei der Veranstaltung "VfB im Dialog" regelrecht gelöchert.

Hitzlsperger...

... auf die Frage, ob Markus Weinzierl auch nach dem Hannover-Spiel Trainer bleiben wird:

"Ich habe das ja oft betont: Die Tendenz ist ganz gut. Aber da (am Sonntag gegen Hannover, d.Red.) steht auch viel auf dem Spiel. Wir wollen diese drei Punkte unbedingt holen. Und jetzt schon in die Zukunft zu schauen, wäre vermessen. Ich kann überhaupt nichts dazu sagen. Wir müssen trainieren und am Sonntag ein gutes Spiel abliefern. Und dann kann ich diese Frage wieder besser beantworten.

Aber eines ist auch klar: Ich habe immer wieder betont, dass wir Kontinuität im Verein brauchen. Deswegen wäre es mir ganz recht, wenn wir lange in dieser Konstellation zusammenbleiben könnten. Und trotzdem müssen wir immer wieder reagieren, wenn wir das Gefühl haben, dass wir unser Ziel in der Konstellation nicht erreichen. Es ist meine Pflicht, den Trainer zu unterstützen, wo ich kann, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich das Gefühl habe, es wird nicht mehr funktionieren. Aber an dem Punkt bin ich nicht."

Die bisherigen Gespräche waren gut und ich bin hoffnungsvoll, dass wir noch in dieser Saison jemanden dazubekommen, dem ich brutal viel zutraue.

Hitzlsperger und seine Suche nach einem Sportdirektor

... über seine Suche nach einem Sportdirektor:

"Ich suche einen Sportdirektor, der den Nachweis erbracht hat, Kader planen zu können, der auch mal den Kader durchgeht und sagt, wie man ihm eine neue Struktur geben kann. Ich habe telefoniert, Leute getroffen. Die bisherigen Gespräche waren gut und ich bin hoffnungsvoll, dass wir noch in dieser Saison jemanden dazubekommen, dem ich brutal viel zutraue. Ich bin auch erstaunt, wie viele kompetente Leute sich bei mir gemeldet haben, die sich für den VfB interessieren. Aber gute Leute sind auch von anderen begehrt. Also gebt mir noch ein paar Wochen Zeit."

... über die vielen Trainerwechsel in der jüngeren Vergangenheit:

"Meine Beobachtung war, dass meistens der Sportvorstand gesagt hat: 'Der richtet's, der macht es jetzt.' Und dann hat er es vielleicht mal gut gemacht, mal weniger gut und dann musste er wieder gehen. Aber ich habe zu meinen Vorstandskollegen gesagt: Ich will das nicht mehr alleine entscheiden.

Einige Klubs haben uns voraus, dass sie sehr klar darin sind, welche Spieler und Trainer sie holen. Wenn wir darüber Bescheid wissen, wie wir Fußball spielen wollen, welche Anforderungsprofile die Trainer brauchen, dann tun wir uns leichter in der Auswahl. Aber wir haben es immer wieder so gemacht: Wir holen einen Trainer, der nimmt sein Trainerteam mit, der wünscht sich ein paar Spieler - und wenn der Trainer weg ist, ist der halbe Kader für den neuen Trainer wieder uninteressant. Wenn wir als Verein viel stärker werden und vorgeben, welche Spieler wir holen und welche Spielidee das Trainerteam umsetzen soll, dann machen wir uns nicht mehr abhängig von Einzelnen."

Die U 21 wird es auch in den nächsten Jahren noch geben.

Hitzlsperger

... auf die Frage, warum so wenige Eigengewächse im Profikader stehen:

"Antonis Aidonis und Leon Dajaku sind aus dem Jahrgang 2001. Ich weiß nicht, ob es einen Bundesligisten gibt, der zwei Spielern aus diesem Jahrgang in dieser Saison schon Einsatzzeiten gegeben hat. Das darf man nicht unterschlagen. Die beiden sind auf dem Schirm, sie müssen noch geduldig sein. Die Karriere entscheidet sich nicht mit 17 oder 18 Jahren, sondern wir wollen, dass sie mit 20, 21 fester Bestandteil dieser Truppe sind. Das Potenzial haben sie. Dahinter gibt es noch ein paar, die auch talentiert sind."

... über die abstiegsbedrohte U 21 in der Regionalliga:

"Nein, sie wird nicht abgeschafft. Das ist eine ganz, ganz wichtige Mannschaft im Übergangsbereich. Wir sehen eine große Zukunft in dieser Mannschaft, es wird sie auch in den nächsten Jahren noch geben. Sie hat die nötige Qualität und muss sich befreien aus dem Abstiegsstrudel und in der Liga bleiben. Denn ich glaube, die Regionalliga ist ein gute Liga, um sich für die Bundesliga weiterzuentwickeln."

jpe

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