Int. Fußball

Gladiatoren in Rom - und der Faktor des Pharaos?

Die Roma geht mit breiter Brust ins Derby della Capitale

Gladiatoren in Rom - und der Faktor des Pharaos?

Edin Dzeko, Stephan El Shaarawy und Nicolo Zaniolo

Erfolgreiches Offensiv-Dreigestirn der Roma: Edin Dzeko (sieben Tore), Stephan El Shaarawy (8) und Nicolo Zaniolo (3). imago

Am Ende der Saison 2012/13 platziert sich Lazio auf Rang sieben, die Roma einen Platz davor. Seither aber schließen die beiden römischen Serie-A-Vertreter die Lücke nach oben: So gewinnen die Biancocelesti ein Jahr später den Pokal und qualifizieren sich reihenweise für die Europa League, während die Giallorossi dreimal Vizemeister und zweimal Dritter werden und sich damit in der Champions League etablieren sowie dort bis ins Halbfinale vorstoßen (2018/19 das am Ende knappe Aus gegen den FC Liverpool).

Lange Rede, kurzer Sinn: Beide Klubs haben sich auf ein modernes Level gehoben und trotz immer wieder schmerzhafter Abschiede (Miroslav Klose, Stefan de Vrij, Felipe Anderson auf Lazio-Seite, Francesco Totti, Radja Nainggolan, Miralem Pjanic bei der Roma) das Niveau gehalten - Schwierigkeiten hin oder her.

Spielersteckbrief El Shaarawy

El Shaarawy Stephan

Serie A - 26. Spieltag
Serie A - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Juventus Turin
72
2
SSC Neapel
56
3
AC Mailand
48
Trainersteckbrief di Francesco

di Francesco Eusebio

Trainersteckbrief Inzaghi

Inzaghi Simone

Im römischen Derby ist für Spannung gesorgt

So haben sich die Giallorossi in dieser Saison nach Stotterstart und weiteren Schwächephasen immer mehr gefangen (Rang 5, 44 Punkte, Champions-League-Viertelfinale zum Greifen nahe nach dem 2:1 im Hinspiel gegen den FC Porto), während die Biancocelesti aktuell etwas wanken (Platz 8, 38 Zähler, Aus in der Europa League gegen den FC Sevilla, 0:0 im Hinspiel des Coppa-Halbfinals daheim gegen Milan). Klar ist deswegen: Das anstehende Derby della Capitale am kommenden Samstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de und live wie auf Abruf bei DAZN) ist für beide Klubs richtungsweisend. Gelingt der Roma das Unterfangen, nach fünf Pflichtspielen ohne Niederlage (vier Siege) weiter auf Kurs zu bleiben? Oder schafft es Lazio mit den Elite-Profis Ciro Immobile und Sergej Milinkovic-Savic, die Negativserie von vier Pflichtspielen ohne Sieg (drei Pleiten) zu beenden?

Macht El Shaarawy den Unterschied?

In den Fokus dieses heißen Stadtduells, das bereits zum 188. Mal ausgetragen wird und das zugleich die meisten Platzverweise in der Serie A seit 1994/95 gesehen hat (20 für Lazio, 13 für die Roma), könnte ein gerne immer wieder abgeschriebener Akteur rücken: Stephan El Shaarawy.

Mit 26 Jahren präsentiert sich der Flügelstürmer mit der Rückennummer 92 aktuell in sehr guter Form, ist im Angriff neben Edin Dzeko und Shooting Star Nicolo Zaniolo absolut gesetzt und kommt in bislang 22 Pflichtspielen auf acht Tore sowie sechs Assists. Alles starke Werte, die Hoffnung darauf machen, dass der Dribbelkünstler mit dem Spitznamen "Pharao" endlich über den Status des ewigen Talents hinweggekommen ist. Denn dieser Eindruck war in den vergangenen Jahren beim italienischen Nationalspieler (23 Einsätze) immer wieder aufgekommen: Ausgebildet beim CFC Genua kam der hochveranlagte El Shaarawy bei Milan (2011-2015) und Monaco (2015/16) nie groß raus. Highlight-Auftritte wechselten sich immer wieder ab mit zahllosen Lustlos-Auftritten, sodass der Rechtsfuß sogar bei der Roma (seit 2016 im Verein) im vergangenen Sommer als möglicher Abgang gehandelt wurde.

Stephan El Shaarawy

Abgehoben - im positiven Sinne: Roma-Dribbelkünstler Stephan El Shaarawy. imago

Doch der schnelle und technisch versierte Spieler mit dem Irokesenschnitt erhielt nochmals die Chance - und nutzte sie. "Mein Ziel in Sachen Tore ist ein zweistelliger Wert", sagt ein selbstbewusster El Shaarawy gegenüber der "Gazzetta dello Sport" und fügt an: "Es ist mir wichtig, meinen aktuellen Rhythmus beizubehalten und noch mehr Kontinuität reinzubekommen. Physisch bin ich gut drauf - und ich hoffe, das bis zu einem hoffentlich großartigen Saison-Schlusspunkt zu bleiben." Auf die Frage, ob er die immer wieder mit seiner Person verknüpften Schwankungen überwunden habe, antwortet der Sohn eines ägyptischen Vaters und einer italienischen Mutter so: "Ich möchte das nicht endgültig bejahen, doch ich denke es stimmt, dass ich mich in diesem Sinne endlich verbessert habe."

Und so scheint sogar eine Vertragsverlängerung seines bis 2020 laufenden Vertrags möglich. El Shaarawy käme das sehr gelegen: "Natürlich möchte ich bei der Roma bleiben. Wie ich hier begrüßt wurde, war fantastisch. Ich fühle mich wohl hier." Doch reden wolle er mit der Vereinsführung erst gegen Ende der Saison, schließlich stehen noch einige schwere Aufgaben an - welche es "mit vollem Fokus" anzugehen gilt. In erster Linie natürlich das Derby della Capitale bei Erzrivale Lazio.

Sehen Sie sämtliche Spiele der Serie A, darunter das kommende Derby della Capitale zwischen Lazio und der Roma am Samstag (20.30 Uhr) sowie das Topspiel an der Tabellenspitze zwischen Meister Juventus Turin und "Verfolger" Napoli am Sonntag (20.30 Uhr) live und auf Abruf bei DAZN. Starten Sie Ihren Gratismonat jetzt!

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