FC strebt den "Neuner" in der englischen Woche an

Kölns Horn: Glücklich über den dreckigen Sieg

Timo Horn

"Das Beste, was einem Torhüter passieren kann": Kölns Torwart Timo Horn freute sich über eine Weiße Weste. imago

Zwei starke Rettungstaten (gegen Kusic und Hochscheidt) und ein insgesamt sehr souveränes Auftreten machten den Kölner Keeper zum "Spieler des Spiels". "Nach langer Zeit einmal wieder die Null zu halten, ist das Beste, was einem Torhüter passieren kann", freute sich Horn nach der Partie, die den FC zum Spitzenreiter machte: "Wir sind umso glücklicher, dass wir auch mal ein dreckiges 1:0 mit nach Hausen nehmen und sechs Punkte aus zwei Spielen geholt haben." Diese Siege, so Horns Fazit, seien wichtig, "wenn man am Ende ganz oben stehen will."

Schön war es in der Tat nicht, in der B-Note für den künstlerischen Wert konnten die Kölner keinen Lorbeer ernten. Das reichlich vorhandene Talent kann aktuell nicht auf den Rasen gebracht werden, es stellt sich die Frage nach dem "Warum".

1. FC Köln - Vereinsdaten

Gründungsdatum

13.02.1948

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Spielersteckbrief T. Horn

Horn Timo

1. FC Köln - Die letzten Spiele
Vikt. Köln (A)
0
:
6
Schalke (A)
1
:
1
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
1. FC Köln
45
2
Hamburger SV
44
3
1. FC Union Berlin
41

Bewegungslose Achter und glücklose Stürmer

Spielbericht

Gegen Aue fiel auf, dass die beiden Achter (Hector/Drexler) zu oft in Bewegungslosigkeit verharrten, weder tiefe Läufe starteten noch kurz kamen und so die Aufbauer (Innenverteidiger und Sechser) immer wieder zum Abbruch ihrer Aktionen zwangen. Zumal Aue die Flügelspieler doppelte und die Anspiele in diese Bereiche zu oft mit Ballverlusten einhergingen. Die Folge: Köln kam nur selten gefährlich in die Endzone, Ballbesitz bedeutete meist Quergeschiebe.

Von den beiden Stürmern arbeitete lediglich Simon Terodde, wie er sollte, entwickelte allerdings Pech im Abschluss. Jhon Cordoba bekam der enge Sicherheitskordon um den Auer Strafraum sichtlich nicht, Anthony Modeste konnte sich ebenfalls nicht in Szene setzen.

Höger: "Alles reingeworfen"

So blieb es bei fünf Tormöglichkeiten (wobei Högers Tor genau genommen keine Chance bedeutete) in 90 Minuten - zu wenig, um Souveränität zu entwickeln, weil die Angst vor dem Ausgleich immer präsent ist. Torschütze Marco Höger: "Mit einem 2:0 hätten wir einen ruhigeren Arbeitstag gehabt, aber ich glaube, wir haben uns mit allem, was wir hatten, reingeworfen. Die Situation mit der Tabelle ist natürlich schön für die Fans und das Umfeld. Für uns zählt zunächst, dass wir hier gewonnen haben. Aber es gibt schlimmere Sachen, als ganz oben in der Tabelle zu stehen. Wichtig ist, dass wir am 34. Spieltag Erster oder Zweiter sind."

Neun-Punkte-Woche?

Neun Punkte sind das Ziel aus der Englischen Woche, dass es mit Ingolstadt erneut gegen einen Abstiegskandidaten geht, macht die Sache nicht einfacher. Die Skepsis der Ingolstädter, was einen Erfolg gegen den Top-Favoriten angeht, dürfte angesichts der Kräfteverhältnisse ungleich größer sein als umgekehrt. Allerdings werden sie alles tun, es sich nicht anmerken lassen. Das ist die Lehre aus den Spielen gegen Sandhausen und Aue.

Frank Lußem