Dortmunds Innenverteidiger-Erfolgsduo ist zurück

Akanji, Zagadou und das "positive Gefühl"

Manuel Akanji, Kevin Volland und Dan-Axel Zagadou (v.li.)

In die Zange genommen: Manuel Akanji (li.) und Dan-Axel Zagadou (re.) bearbeiten Kevin Volland. picture alliance

Die Dolmetscherin, die von Borussia Dortmund an die Seite Dan-Axel Zagadous gestellt wurde, machte sich so groß sie konnte, stellte sich sogar auf eine Kiste, um dem klubeigenen TV-Team eine harmonische Aufnahme zu ermöglichen. Doch all das half nicht wirklich, der Größenunterschied zwischen ihr und dem französischen Verteidiger des BVB war einfach zu groß.

Der 19-Jährige überragte nicht nur in der Mixed Zone des Signal Iduna Parks alle, er war auch zuvor auf dem Platz kaum zu übersehen. Gemeinsam mit seinem Nebenmann und Abwehrchef Manuel Akanji bildete er gegen Leverkusen am Sonntagabend eine nur schwer zu überwindende Mauer - und trat auch noch im gegnerischen Strafraum signifikant in Erscheinung, als er den bis dahin kaum stattfindenden BVB mit seinem Tor nach 30 Minuten ins Spiel katapultierte. Zuvor knapp verpasst hatte: Ausgerechnet Akanji, Zagadous Nebenmann, der erstmals in diesem Kalenderjahr auf dem Platz stand.

Akanji: "Ich bin vorbeigeflogen"

"Ich dachte eigentlich, Manu würde das Tor machen", sagte Zagadou später, "aber plötzlich kam der Ball auf mich zu, meine Reaktion dann war instinktiv." Akanji konnte da nur den Hut ziehen: "Ich wollte das Tor machen, aber ich bin vorbeigeflogen und war nicht mehr dran. Deshalb bin ich froh, dass Dan das Tor getroffen hat."

Körperlichkeit plus Sicherheit und Souveränität

Der Treffer war der Auftakt zu acht wilden Minuten, innerhalb denen aus einem interessanten 0:0 ein spektakuläres 2:1 für den BVB wurde. Fortan waren beide Teams im Spiel, es entwickelte sich ein aufregendes Duell zweier Top-Teams, die sich gegenseitig nichts schenkten - mit dem glücklicheren Ende für den BVB, der am Ende mit 3:2 die Oberhand behielt und sich auf die Fahnen schreiben konnte, nach dem Anschlusstreffer zum 3:2 dem finalen Kraftakt der Leverkusener Stand gehalten zu haben. Auch dank des kopfballstarken Zagadou und der Routine Akanjis, der trotz seiner erst 23 Jahre und einer mehrwöchigen Pause die zuletzt so vermisste Körperlichkeit mit Sicherheit und Souveränität paarte.

Wir müssen manchmal auch einfach als Mannschaft verteidigen. Das haben wir diesmal gut gemacht.

Manuel Akanji

"Ich habe nach dem 3:2 versucht, der Mannschaft mitzugeben, dass wir ruhig bleiben sollen", sagte Akanji später und lieferte die Erklärung gleich mit: "Wir können nicht immer zurückschlagen, nachdem wir ein Tor bekommen haben. Wir müssen manchmal auch einfach als Mannschaft verteidigen. Das haben wir diesmal gut gemacht. Das ist wichtig für unser Selbstvertrauen." Und genau das war ja angeknackst nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Serie.

Gut für die Psyche

Der 3:2-Sieg über Leverkusen dürfte daher nicht nur tabellarisch wichtig gewesen sein, sondern auch für die Psyche der Borussen. Akanji bestätigte diesen Ansatz: "Der Erfolg ist gut für die Mentalität, gut fürs Selbstbewusstsein. Dieses positive Gefühl können wir mitnehmen in die nächsten Spiele."

Matthias Dersch

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