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Transfersperre bis Sommer 2020: Chelsea wehrt sich gegen FIFA-Urteil

Premier-League-Klub darf vorerst keine Spieler verpflichten

Transfersperre bis Sommer 2020: Chelsea wehrt sich

FC Chelsea

Neuzugänge? Fehlanzeige! Die FIFA hat Chelsea am Freitag bestraft. imago

Dieses Urteil teilte die FIFA am Freitag mit. Chelsea muss demnach zusätzlich eine Geldstrafe von 600.000 Schweizer Franken (rund 530.000 Euro) bezahlen und hat 90 Tage Zeit, die Situation der betroffenen minderjährigen Spieler zu regeln.

Während Spielerverkäufe unverändert möglich bleiben, darf Chelsea erst im Sommer 2020 wieder Spieler unter Vertrag nehmen - hat inzwischen aber angekündigt, Einspruch einzulegen und die Untersuchungsergebnisse der FIFA in einem Statement "kategorisch" zurückgewiesen. Womöglich lässt sich das Inkrafttreten des Urteils so zumindest noch aufschieben. Als die FIFA im Januar 2016 Real und Atletico Madrid eine vergleichbare Sperre auferlegte, trat diese am Ende erst ein Jahr später, im Januar 2017, in Kraft; die für Real war zuvor zudem von zwei auf ein Transferfenster halbiert werden.

FC Chelsea - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.09.1905

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Premier League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Liverpool
66
2
Manchester City
65
3
Tottenham Hotspur
60

Der FC Chelsea hat in Einklang mit den maßgeblichen Regularien gehandelt.

Chelsea-Statement

Die FIFA hält Chelsea für schuldig, in 29 Fällen gegen Artikel 19 verstoßen zu haben, der den "Schutz Minderjähriger" regelt. Demnach dürfen Spieler unter 18 Jahren, verkürzt gesagt, nur transferiert werden, wenn die Eltern aus Gründen, die nichts mit dem Fußball zu tun haben, in das Land des neuen Vereins ziehen; wenn der Wechsel innerhalb Europas stattfindet und der Spieler zwischen 16 und 18 Jahren alt ist; oder wenn die Distanz zwischen dem Wohnort des Spielers in einem Land und dem Sitz des Vereins in einem anderen höchstens 100 Kilometer beträgt.

Im Fall zweier Minderjähriger habe Chelsea zudem Absprachen getroffen, durch die Chelsea "andere Klubs in Transfers betreffende Angelegenheiten beeinflussen" konnte, so die FIFA - ein Verstoß gegen die Regularien rund um die "Beeinflussung durch Drittparteien".

Chelsea "begrüßte" es, dass die FIFA in 63 der 92 untersuchten Transfers keinen Regelverstoß feststellte, zeigte sich aber "extrem enttäuscht" darüber, dass die FIFA die Erklärungen in den anderen 29 nicht akzeptiert habe. "Der FC Chelsea hat in Einklang mit den maßgeblichen Regularien gehandelt", teilte der Klub mit.

Hazard, Hudson-Odoi & Co.: Für Chelsea ist das Urteil ein schwerer Schlag

Für Chelsea ist die Transfersperre kein unerwarteter und doch ein schwerer Schlag: Unter Trainer Maurizio Sarri ist der Abramovich-Klub auf Platz sechs abgerutscht und droht im zweiten Jahre in Folge die Champions League zu verpassen. Mit Neuzugängen wie Jorginho oder Gonzalo Higuain wurde der Kader zum Teil auf Sarri zugeschnitten, dem angesichts der jüngsten Ergebnisse aber die frühzeitige Entlassung droht .

Seit Monaten steht außerdem der Abgang von Superstar Eden Hazard im Raum - und auch die Zukunft von Willian, David Luiz, Pedro und Bayern-Wunschspieler Callum Hudson-Odoi ist ungewiss. In Erwartung des FIFA-Urteils hatte Chelsea bereits im Winter - ohne Sarris Wissen - den Dortmunder Christian Pulisic für 64 Millionen Euro verpflichtet , ihn aber noch bis zum Sommer an den BVB verliehen.

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jpe

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