Hertha will die Serie gegen Bayern ausbauen

Preetz: "Der Schlüssel ist, mutig zu sein"

Michael Preetz

Blick gen München: Hertha-Manager Michael Preetz. imago

Die beiden in dieser Saison bereits absolvierten Partien gegen die Münchner lieferten Erfahrungen in beide Richtungen. Beim Liga-Duell Ende September in Berlin, das Hertha nach Toren von Vedad Ibisevic und Ondrej Duda mit 2:0 gewann und den Bayern unter Niko Kovac die erste Niederlage zufügte, fand der Hauptstadt-Klub eine sehr gute Balance aus konzentriertem Verteidigen und Entlastung in eigenem Ballbesitz.

Im vor gut zwei Wochen ebenfalls im Berliner Olympiastadion ausgetragenen DFB-Pokal-Achtelfinale (2:3 nach Verlängerung) hingegen konnte sich Dardais Team kaum befreien aus der Münchner Umklammerung. Dass es seinerzeit überhaupt in die Verlängerung ging, hatte eher mit Mats Hummels' Blackout vorm zweiten Berliner Treffer von Davie Selke und der bajuwarischen Nachlässigkeit im Abschluss zu tun. An dem Abend habe es sein Team "verpasst, besser mit dem eigenen Ballbesitz umzugehen", erklärte Dardai am Donnerstag. "Das muss diesmal besser werden."

Spielersteckbrief Ibisevic

Ibisevic Vedad

Spielersteckbrief Plattenhardt

Plattenhardt Marvin

Spielersteckbrief Torunarigha

Torunarigha Jordan

Spielersteckbrief Maier

Maier Arne

Trainersteckbrief Dardai

Dardai Pal

Hertha BSC - Vereinsdaten

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Du musst die richtige Balance finden, um gegen die Bayern etwas ausrichten zu können.

Michael Preetz

Phasen, in denen Ruhe ins eigene Spiel einzieht, Akzente nach vorn, Abschlüsse - das alles braucht der Bundesliga-Neunte am Samstag, wenn er auch im fünften Duell mit einem der aktuellen Top-3-Klubs in dieser Saison ungeschlagen bleiben will. "Der Schlüssel ist, mutig zu sein und zum Torabschluss zu kommen", sagte Manager Michael Preetz. "Das ist in München erfahrungsgemäß schwer. Du musst die richtige Balance finden, um gegen die Bayern etwas ausrichten zu können."

Der konzentrierte, starke Auftritt des Bundesliga-Zweiten am Dienstagabend im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse beim FC Liverpool (0:0) ist in Berlin registriert worden. Allzu viel Aussagekraft für das eigene Spiel gegen die Münchner erkennt Dardai im torlosen Remis allerdings nicht: "Bayern hat gut gespielt, richtig clever. Sie haben ihre Arbeiter-Rolle, die wir in den Duellen mit ihnen sonst haben, akzeptiert. Samstag ist aber Bundesliga, und Bayern ist diese Situation gewohnt."

Einige Stammspieler fehlen - Hoffnung auf Maier

Bei der Dienstreise in den Süden muss Dardai auf einige arrivierte Kräfte verzichten. Mit Marvin Plattenhardt (Adduktorenverletzung), Jordan Torunarigha (Achillessehne) und Kapitän Ibisevic (Gelb-Sperre) fehlt Hertha ein Trio, das gegen Werder Bremen (1:1) vor Wochenfrist noch im Aufgebot stand. Ohnehin nicht dabei sind weiterhin Peter Pekarik (Wade) und Derrick Luckassen (Syndesmose). Und die am Dienstag nach langen Pausen ins Mannschaftstraining zurückgekehrten Mathew Leckie (Muskelverletzung im Oberschenkel) und Javairo Dilrosun (Rücken, Oberschenkel) sollen behutsam herangeführt werden und in der kommenden Woche Spielpraxis in der U23 erhalten.

Immerhin: U-21-Nationalspieler Arne Maier (nach Hüftblessur), der das Pokalspiel gegen die Bayern und die beiden folgenden Liga-Spiele in Gladbach und gegen Bremen verpasst hatte, ist wieder an Bord. Dardai sieht Maier "nach seiner Verletzung noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber das ist normal". Trotzdem hat der 20-Jährige gute Chancen, in München bei Anpfiff auf dem Platz zu stehen.

Steffen Rohr