Vorschau auf die neue Saison in den USA

Zlatans doppelte Drohung und Atlantas Groß-Angriff: Die MLS 2019

Zlatan Ibrahimovic und Josef Martinez

Der eine droht, der andere lauert: Zlatan Ibrahimovic und Josef Martinez. Getty Images/imago

Atlantas Angriff in der CCL und das abschreckende Vorbild

Innerhalb von zwei Jahren hat Atlanta United nicht nur die MLS revolutioniert und sich in der Vorsaison zum verdienten Meister gekrönt. Präsident Darren Eales hat in diesen zwei Jahren vor allem einen derartig starken Kader zusammengestellt, dass nun sogar der Abschied von Superstar Miguel Almiron (für rund 24 Millionen Euro zu Newcastle) kompensiert werden kann.

Josef Martinez, Rekord-Torschützenkönig und Liga-MVP, hat seinen Vertrag um vier Jahre verlängert, Ezequiel Barco ist trotz eines durchwachsenen Debütjahres noch immer eines der vielversprechendsten Talente der Liga und hinzu gesellt sich mit Gonzalo "Pity" Martinez (für die Rekordablöse von 13,2 Millionen Euro von River Plate gekommen) auch noch Südamerikas Fußballer des Jahres.

Nun liegt es an Trainer Frank de Boer, der das schwere Erbe von Tata Martino antritt, nicht nur den Titel zu verteidigen, sondern vor allem in der CONCACAF Champions League anzugreifen. Den Elitewettbewerb in Nord- und Mittelamerika, der parallel zum MLS-Start verläuft und Atlanta zuerst nach Costa Rica beförderte, hat seit 2006 jedes Jahr ein mexikanisches Team gewonnen. Im Vorjahr hatte Meister Toronto alles auf eine Karte gesetzt, dann im Finale gegen Deportivo Guadalajara verloren und die gesamte MLS-Saison weggeworfen. Atlanta ist also gewarnt, hat aber im Gegensatz zu den Kanadiern einen Kader, der es schaffen kann, die Los Angeles Galaxy als letzten MLS-CCL-Champion (2000) abzulösen. In der Liga ist United ohnehin erneut der große Favorit.

Für Schweinsteiger wird's schwer - Red Bull hat Hoffnungen

Wer kann Atlanta in der Eastern Conference Paroli bieten? Für Bastian Schweinsteiger und die Chicago Fire wird es fast unmöglich; dem Team aus der Windy City, in dem inzwischen auch der Deutsche Fabian Herbers spielt, fehlt es schlicht an individueller Klasse.

Der große Konkurrent für den Meister dürften erneut die New York Red Bulls sein, die in der vergangenen Spielzeit einen neuen Punkterekord aufgestellt und erst in den Conference-Finals den Kürzeren gezogen hatten. Der Abgang von Tyler Adams (zu RB Leipzig) schmerzt, dafür bekam Mittelfeldmotor Kaku seinen Wechselwunsch zu Club America nicht erfüllt und im Sturm ruhen die Hoffnungen neben Altmeister Bradley Wright-Phillips auf dem dänischen Talent Mathias Jörgensen.

In Lauerstellung: Fabian und Philly, Rooney und DC

Auch Philadelphia darf im Osten zum engeren Favoritenkreis gezählt werden, die Union haben sich mit Frankfurts Marco Fabian namhaft verstärkt , hinzu kommt Linksverteidiger Kai Wagner von den Würzburger Kickers. Im vergangenen Jahr war in der Wild-Card-Runde Schluss, diese Saison kann es durchaus noch weiter gehen.

Wayne Rooney

Erneut der Hoffnungsträger in der Hauptstadt: Wayne Rooney. imago

Und was passiert in der Hauptstadt? Der Start bei DC United verlief für Wayne Rooney 2018 nach Maß, die ManUnited-Ikone schoss das damalige Schlusslicht der Eastern Conference sensationell noch in die Play-offs und scheiterte dort früh nach einem Elfmeter-Krimi gegen Columbus Crew. 2019 ist der Kader eigentlich der gleiche, der angepeilte PSG-Wechsel von Mittelfeldmotor Luciano Acosta scheiterte am Deadline-Day. Im Rennen um die Postseason wird United wohl erneut mitmischen.

Im Westen, wo Zlatan schon mal Großes verspricht

In der Western Conference schaut wenig überraschend alles auf Zlatan Ibrahimovic, der einen neuen, deutlich besser dotierten Vertrag in Los Angeles unterschrieben hat. Das Debütjahr des Schweden mit 22 Toren in 27 Auftritten wirkte trotz verpassten Play-offs schon wie eine Drohung, und die hat Zlatan kurzerhand nochmal in Zlatan-Manier untermauert. "Ich werde in dieser MLS-Saison jeden Rekord brechen", hatte er jüngst bei der Trikotvorstellung prophezeit.

"Ibras" Verlängerung hat aber auch zur Folge, dass einer der bisherigen drei "Designated Player" (also Spieler, die über der Gehaltsgrenze liegen dürfen) auf Geld verzichten muss. Wahrscheinlich wird es Ex-Barça-Profi Giovani dos Santos treffen, der in der Vorsaison wegen diverser Verletzungssorgen nur auf 14 Einsätze gekommen war. So oder so: In dieser Saison muss Los Angeles mit Neu-Coach Guillermo Barros Schelotto (ehemals Boca Juniors) liefern, zum Auftakt geht es gegen Schweinsteigers Chicago.

Im (pazifischen Nord)westen nichts Neues

Stadtrivale Los Angeles FC hat in seinem ersten MLS-Jahr einen starken Eindruck hinterlassen und sich als Dritter der Western Conference für die Play-offs qualifiziert. In diesem Jahr soll - ähnlich wie in der letzten Saison in Atlanta - der nächste Schritt folgen, wenngleich der ganz große Wurf eher unwahrscheinlich ist.

Im pazifischen Nordwesten lauern wie jedes Jahr die Timbers und Sounders, weil sowohl Portland (Diego Valeri und Sebastian Blanco) als auch Seattle (Nicolas Lodeiro und Raul Ruidiaz) sein Top-Duo hat halten können. Zu den weiteren Favoriten im Westen gehören Sporting Kansas City und auch Houston Dynamo.

mkr

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