Uruguayer treffen - CR7 provoziert

"Mir war danach": Simeones großer Sieg am Abend der Gesten

Diego Simeone

Wie man ihn kennt: Diego Simeone in Aktion. imago

Mit einem 2:0-Vorsprung fährt Atletico zum Rückspiel nach Turin. Italiens Rekordmeister und Übermannschaft Juventus steht vor dem Aus. Und damit auch Cristiano Ronaldo, für den die Rückkehr nach Madrid nicht von Erfolg gekrönt war.

CR7 stand natürlich im Fokus. Und der Portugiese interagierte mit dem Publikum, zeigte mit fünf Fingern an, wie viele Titel er in der Champions League gewonnen hat - mit null ausgestreckten Fingern veranschaulichte er zugleich dem Anhang der Colchoneros deren Anzahl an Erfolgen im wichtigsten Klubwettbewerb Europas.

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CR7 scheitert an Oblak und begünstigt das 0:2

Beim "Fußball-Schach" im Wanda Metropolitano hatte Ronaldo zwar einige Szenen in der Offensive und scheiterte in der Anfangsphase mit einem Freistoß am abermals starken Jan Oblak (9.). Doch ein weiterer Treffer - es wäre der 23. gewesen gegen Atleti - gelang ihm an diesem Abend nicht. Im Gegenteil: In der Schlussphase fälschte er den Schuss von Diego Godin ins eigene Netz zum Endstand ab (83.).

Der Jubel bei den Hausherren war groß. Es hatte lange Zeit nicht nach einem 2:0-Erfolg ausgesehen. So war den Madrilenen zuvor ein zunächst gepfiffener Foulelfmeter nachträglich zu einem Freistoß abgeschwächt (28.), später der vermeintliche Führungstreffer durch Alvaro Morate wegen Stürmerfouls ebenfalls nach Analyse der TV-Bilder aberkannt worden (72.). Dazwischen lagen nicht genutzte Großchancen Atleticos durch Diego Costa (50.) und Antoine Griezmann (53., Lupfer an die Latte).

Simeones "Eier"-Griff: "Mir war einfach danach"

CL-Achtelfinale

Eine Standardsituation brach in der 78. Minute den Bann. Nach einer Ecke traf Innenverteidiger José Maria Gimenez - wie Kapitän Godin, der andere Torschütze, uruguayische "Abwehrkante" bei Atletico. Diesmal durfte gejubelt werden. Und wie. Diego Simeone ließ sich mit seiner "Wir-haben-Eier"-Geste zu einer Obszönität hinreißen. Um sich auch selbst zu feiern. Denn nach dem Spiel lobte sich "El Cholo" für seine mutige Entscheidung, die zuvor länger verletzten Koke und Diego Costa ins kalte Wasser zu werfen. Das verlange, so der Argentinier, schließlich "verdammt dicke Eier". Also sei ihm beim Tor "einfach danach gewesen", diesen doch sehr rustikalen und "nicht gerade schönen" Gefühlsausbruch zu zeigen. Nicht zum ersten Mal übrigens: Als Spieler hatte Simeone diese Geste einst im Trikot von Lazio Rom in einem Spiel gegen Bologna gezeigt.

Weiter ist Atletico nach dem Hinspiel-Sieg natürlich noch nicht. Doch Simeone weiß, wie schwer sein Kollektiv zu knacken ist: "Das ist ein sehr gutes Resultat." Jedoch wisse man bei den Rot-Weißen sehr wohl auch, das noch ein zweites Spiel ansteht - gegen ein "großes Team, einen großen Klub und großartige Champions". Simeone muss dabei auf die gelbgesperrten Diego Costa und Thomas Partey verzichten.

Andi Holzmann

kicker.tv Hintergrund

"Dafür braucht man Eier" - Simeones ungewöhnlicher Torjubel

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