Pro Piacenza liefert ein groteskes Fußballspiel

0:20 zu siebt: Italienischer Drittligist sorgt für "Farce"

Das Logo von Pro Piacenza 1919

Das Logo von Pro Piacenza 1919 propiacenza.it

Für Verbandspräsident Gabriele Gravina war es geradezu eine "Beleidigung für den Sport", was sich am Sonntagnachmittag in Cuneo ereignete: Der gastgebende AC, der zuvor 18-mal getroffen hatte, fertigte am 27. Spieltag der drittklassigen Serie C Tabellenschlusslicht Pro Piacenza mit nicht weniger als 20:0 ab, fünfmal traf ein Stürmer namens Defendi. Nach 24 Minuten hieß es 10:0, nach 45 16:0 - und nach 60 Minuten waren die Gäste plötzlich sogar zu acht.

Bei Pro Piacenza nämlich hatten zunächst nur sieben Spieler in der "Startelf" gestanden, allesamt aus dem Nachwuchs. Einer davon, der erst 19-jährige Kapitän Cirigliano, fungierte in der Partie sogar kurzerhand als Trainer. Ein achter, Isufi, hatte Medienberichten zufolge seinen Ausweis vergessen und konnte erst im zweiten Durchgang helfen.

Sieben Teenager, um den Lizenzentzug zu umgehen

Hintergrund der grotesken Veranstaltung ist ein Streit zwischen dem Profiteam und der Klubführung um seit Monaten ausstehende Gehaltszahlungen. Zahlreiche Ligaspiele Piacenzas waren deshalb schon ausgefallen, acht Punkte abgezogen worden. Weil bei einer weiteren Absage jedoch der Lizenzentzug gedroht hätte, kratzte der 1919 gegründete Traditionsklub eine Handvoll Teenager zusammen und schickte sie nach Cuneo.

Damit schrieb Pro Piacenza sogar internationale Schlagzeilen, doch keine, die dem Fußballverband gefallen. "Eine derartige Farce", erklärte Präsident Gravina, "werden wir nie wieder erdulden."

jpe