Bundesliga

Votava: "Zu Claudio passt der Rekord besser"

Bremen: Ex-Rekordhalter freut sich für Pizarro

Votava: "Zu Claudio passt der Rekord besser"

Mirko Votava

Freut sich für Claudio Pizarro: Mirko Votava. imago

Haben Sie bei Werders Ausgleich am Samstagabend vorm Fernseher gejubelt, Herr Votava?

Selbstverständlich. Und ich hatte es ja schon vergangene Woche angekündigt: Wenn Claudio meinen Rekord bricht, dann soll es ein wichtiges Tor sein. So ist es gekommen. Der Punkt ist viel wert für Werder, denn es war ein sehr schwieriges Spiel in Berlin.

Sie waren Florian Kohfeldts Co-Trainer bei der U 23. Er hat direkt angekündigt, sich bei Ihnen für Pizarros Einwechslung zu entschuldigen...

(lacht) Das muss er natürlich nicht. Aber das ist typisch und es spricht absolut für Florian, dass er in so einem Moment an mich denkt. Und mit seiner Aussage hat er absolut Recht: Ich könnte mir keinen würdigeren Nachfolger als Claudio vorstellen. Er ist ein toller Typ und ein sportliches Phänomen. Ich freue mich für ihn, und das weiß er auch. Wir haben in den letzten Wochen schon ein paar Mal darüber gesprochen, dass er den Rekord in dieser Saison noch brechen wird.

Persönliche Wehmut schwingt bei Ihnen überhaupt nicht mit?

Ach, ich war doch sowieso kein Stürmer und habe mehr Tore verhindert als geschossen. Claudio ist ein echter Torjäger, zu ihm passt der Rekord also sowieso besser. Und es spricht doch für uns beide, dass wir in dem Alter noch fit waren bzw. sind und in der Liste ganz oben stehen. Mit Manni Burgsmüller als Nummer drei ist das Podest ja sogar komplett von Werder besetzt. Das ist doch klasse.

Zufall - oder gibt es da irgendein Geheimnis an der Weser?

Reiner Zufall ist es nicht. Bei Otto Rehhagel waren wir erfahrenen Spieler eben besonders gefragt, davon haben Manni und ich profitiert. Der Erfolg gab Otto Recht. Genau wie den heutigen Verantwortlichen in Claudios Fall.

Bleibt Pizarros Rekord jetzt für die Ewigkeit?

Es wird auf jeden Fall noch unwahrscheinlicher, dass er geknackt wird. Durch die Entwicklung des Fußballs wird der Trend weiter dahingehen, dass die meisten Spieler eher früher aufhören als später.

Interview: Thiemo Müller

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