Leverkusen: Nach Lars droht auch Sven Bender auszufallen

Bayer und Alario: Die nächste Geduldsprobe

Bleibt wohl erneut nur die Jokerrolle: Leverkusens Mittelstürmer Lucas Alario.

Bleibt wohl erneut nur die Jokerrolle: Leverkusens Mittelstürmer Lucas Alario. imago

Die Analysen des vergangenen Spiels ähneln auffällig den Prognosen für die anstehende Partie. "Sie haben mit allem, was sie haben, die Box verteidigt. Deshalb war es schwierig", hatte Mittelstürmer Kevin Volland am Donnerstagabend nach der Nullnummer in Russland festgestellt, bei der Bayer 04 nach der Pause extrem feldüberlegen agiert, aber sich kaum hochkarätige Chancen erspielt hatte. Und selbst bei Kontern des FK Krasnodar auf der Hut sein musste.

Am Sonntag gegen Düsseldorf dürfte sich das Bild der zweiten 45 Minuten vom Donnerstag wiederholen. "Sie haben ein klares Umschaltspiel, nicht viel Ballbesitz. Sie haben ihre Mannschaft eingerichtet für das Umschalten. Und das machen sie sehr, sehr gut", bewertet Bosz den nächsten Gegner, der schon für die eine oder andere Überraschung gegen die Großen der Liga gesorgt hat: 3:3 in München, 2:1 gegen und 1:1 in Hoffenheim, 2:1 gegen Dortmund. Und: Nur eins der jüngsten sieben Ligaspiele hat der Aufsteiger verloren, aus diesen Partien insgesamt 16 Punkte geholt - einen mehr als Bayer 04 im selben Zeitraum.

Düsseldorf ist eine Art Reifeprüfung für die Werkself

Bayer wird also versuchen müssen, sein Spiel hoch konzentriert umzusetzen, mit deutlich weniger einfachen Ballverlusten als in Krasnodar, um Lukebakio, Raman und Co. weniger Konterchancen zu offerieren als den Russen. Eine Art Reifeprüfung für die Werkself, wie Torhüter Lukas Hradecky glaubt: "Das wird auch ein Test für uns: Es ist ein Teil der Profi-Welt, dass man die Einstellung auch nach schwierigen Reisen bewahrt und Spiel für Spiel Leistung bringt." Um die eigene Serie von drei Ligasiegen in Folge auszubauen.

Bosz: "Bei Sven müssen wir abwarten"

Das und nicht weniger ist das Ziel. "Das ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen, aber das wird nicht einfach", warnt Bosz seine Spieler. Von denen wird Kapitän und Rechtsverteidiger Lars Bender mit einem Faserriss im Oberschenkel erwartungsgemäß weiterhin ausfallen. "Lars wird sowieso nicht spielen können. Das ist sicher", erklärte Bosz am Freitag. Abwehrchef Sven Bender, der in Krasnodar einen Tritt auf den Fuß erlitt und ausgewechselt werden musste, droht ebenfalls die Zuschauerrolle. "Bei Sven müssen wir abwarten", so Bosz, der offenließ, ob er zum Mittel der Rotation greifen wird.

Alario bleibt wohl nur die Jokerrolle

Mit Aleksandar Dragovic für Sven Bender könnte er zu einem Tausch gezwungen sein. Und zu seiner Dortmunder Zeit reduzierte Bosz die Wechsel auf das allernötigste Minimum. So dass die Bankspieler wohl weiter warten müssen. Dies gilt auch für Lucas Alario, der mit Sechser Julian Baumgartlinger die noch wahrscheinlichste Option zum Rotieren darstellen würde. Der Mittelstürmer durfte in der Liga unter dem Niederländer in beiden Heimspielen nur als Joker ran. In den beiden Auswärtsspielen blieb er ganz ohne Einsatz. Beim Pokal-Aus in Heidenheim (1:2) wusste der Strafraumstürmer in der Startelf wie fast das gesamte Team nicht zu überzeugen. Als Joker hingegen hinterließ der 26-Jährige gegen die Bayern als Torschütze seine Duftmarke. Und auch in Krasnodar traf er nach seiner Einwechslung - allerdings nicht regelkonform.

Bosz: "Er ist ein wichtiger Boxspieler"

Bosz lobt den Argentinier. "Lucas ist ein guter Spieler. Deswegen haben wir ihn im Winter auch nicht gehen lassen. Wir brauchen ihn. Und was ich erwarte von einem Einwechselspieler ist: Wenn er reinkommt, muss er auch etwas verändern. Sonst brauche ich keine Einwechselspieler. Und er hat das verstanden. Leider wurde das Tor nicht anerkannt. Zurecht, weil es Handspiel war. Aber er war da. Und das ist, was wir brauchen. Er ist ein wichtiger Boxspieler und hat das gut gemacht."

Gegen die massierte Deckung der Fortuna würde sich ein Einsatz des Wandspielers anbieten. Tat sich doch Kevin Volland, der auch auf die linke Flügelposition ausweichen könnte, wiederholt schwer als alleinige zentrale Spitze, wenn es gegen defensiv ausgerichtete Gegner ging. Doch Bosz pflegt eben nicht gerade eine Leidenschaft für die Rotation. So wartet am Sonntag die nächste Geduldsprobe - auf Bayer und Alario.

Stephan von Nocks

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