Nürnberg glaubt an Überraschung gegen BVB

Behrens: "Schommers macht das ein bisschen knackiger"

Hanno Behrens, 1. FC Nürnberg

Hofft auf ein Erfolgserlebnis: Club-Kapitän Hanno Behrens. imago

Natürlich hat Hanno Behrens das Champions-League-Spiel der Dortmunder bei Tottenham gesehen. Nach zwei völlig verschiedenen Hälften unterlag der BVB in Wembley mit 0:3 - es war das wettbewerbsübergreifend vierte sieglose Spiel in Folge für Schwarz-Gelb. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil für den Club ist, sei reine Spekulation, so Behrens. Er erwartet am Montagabend ohnehin ein "komplett anderes Spiel", aus Dortmunds Tottenham-Auftritt könne der Club "gar nicht so viel rausziehen".

Eine kleine Hoffnung gibt es aber doch: "Vielleicht sind sie mit den Köpfen noch ein bisschen in der Champions League", sagt Behrens. "Natürlich ist die Chance sehr gering, aber wir hoffen, dass wir diesen einen Tag erwischen, an dem wir sie irgendwie packen können." Der Glaube an die Überraschung sei da, erklärt Behrens. "Wir versuchen, uns auf unsere Dinge zu fokussieren, dass wir unser Tor sehr gut verteidigen und dann über Konter oder Standards vorne einen reinmachen."

Gute Stimmung im Training

Auf Abschlüssen per Kopf und Fuß sowie Flanken lag der Schwerpunkt im Training am Donnerstag. Durch die Aufteilung in zwei Mannschaften schaffte Interimstrainer Boris Schommers Wettkampfcharakter - es wurde sich lautstark gepusht und bei erfolgreichem Abschluss gefeiert. "Bei allem Spaß will ich Tore sehen, die brauchen wir", brüllte der Coach. Immer wieder forderte der 40-Jährige Torhunger ein.

"Es hat die letzten zwei Tage sehr viel Spaß gemacht. Gestern war ein sehr anstrengender Tag, heute auf dem Platz nicht so, aber dann im Kraftraum", erzählt der Kapitän. Schommers fordere viel ein, aber mit Spaß: "Ich glaube, das ist momentan der richtige Weg." Behrens betont aber auch, dass es den Spaßfaktor auch unter Michael Köllner gegeben habe. Der Eindruck von besserer Stimmung sei vor allem durch die Spielform mit Flanken und vielen Abschlüssen entstanden.

Behrens zum Unterschied zwischen Köllner und Schommers

Schommers hat schon unter Köllner als Co-Trainer intensiv mit der Mannschaft gearbeitet. Der Unterschied zwischen beiden: "Michael Köllner hat schon immer viel geredet, das war jedem bewusst. Das ist jetzt einen Tick weniger. Boris macht das ein bisschen knackiger", berichtet Behrens. Ansonsten habe sich nicht viel verändert, meint der 28-Jährige, der sich auch nicht vorstellen kann, dass Schommers das System groß umstellen wird.

Georg Margreitter (muskuläre Probleme), Kevin Goden (muskuläre Verletzung) und Virgil Misidjan (familiäre Gründe) fehlten auch am Donnerstag beim Training. Außerdem verpasste Ewerton die Einheit mit einem Magen-Darm-Infekt. Die Anstoßzeit am Montagabend kommt dem Club von daher entgegen.

Köllner-Aus schnell verdauen

Zudem bleiben noch einige Tage, um die Trennung von Aufstiegstrainer Köllner zu verarbeiten. "Als Spieler hat man eine Mitschuld, oder ein schlechtes Gewissen dem Menschen gegenüber, weil man vielleicht auch nicht die Leistung so gebracht hat, dass der Trainer im Amt bleibt", gesteht Behrens. Aber: "Es geht weiter, wir müssen damit schnell klarkommen. Ich glaube, dass uns das auch gelingt, dafür sind alle Profi genug."

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Christina Flohr

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