Tottenham nach dem 3:0-Sieg gegen Dortmund

Pochettino "schlägt" zurück: "Nächstes Mal gehe ich duschen"

Mauricio Pochettino

Zwei Fäuste nach drei Schlägen: Mauricio Pochettino. imago

Mauricio Pochettino wirkte fast ein bisschen erschrocken, als Lucien Favre vor dem Spiel am Mittwochabend ruckartig die Hand zurückzog. Tottenhams Trainer hatte sein Pendant eigentlich begrüßen wollen, doch der zuvor erkrankte Schweizer ballte schnell die Faust, erklärte Pochettino dann, dass die Knöchel-an-Knöchel-Variante zu seiner Gesundheit beitrage.

Pochettino akzeptierte drei aufeinanderfolgende Faustschläge, nahm es mit Humor - und schlug in den nächsten zwei Stunden noch dreimal zu. "He's magic, you know, Mauricio Pochettino", sangen die Spurs-Fans nach dem 3:0 gegen den BVB auf den Rängen und feierten ihren Trainer. "Meine Spieler sind Helden", sagte Pochettino stattdessen und feierte alle anderen.

Dabei war er es, der wieder mal zeigte, dass dieses Tottenham so viel mehr sein kann als eine "Nah-dran-Mannschaft" ; das Team, das immer richtig gut spielt, aber am Ende nicht gut genug. In der vergangenen Saison waren die Spurs schon auf dem richtigen Weg, standen kurz davor, Juventus im Achtelfinale auszuschalten. Binnen drei Minuten war alles zusammengebrochen.

Pochettinos Halbzeit-Analyse: "Ich habe ein paar Ausschnitte gezeigt"

Gegen Dortmund sah Pochettino in den ersten 45 Minuten bessere Borussen ("Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen"), nahm dann in der Halbzeit kleine taktische Veränderungen vor ("Ich habe ein paar Ausschnitte gezeigt und Probleme gelöst") und sorgte so für eine Lehrstunde in Sachen Reife und Entwicklung. Binnen drei Minuten versetzte diesmal Tottenham dem BVB den vorzeitigen K. o. , stellte durch den starken Jan Vertonghen (83.) und Joker Fernando Llorente (86.) die Weichen fürs zweite Viertelfinale der Klub-Geschichte.

"Das Team ist da", lobte Pochettino, "es kämpft und holt gute Ergebnisse. Die Spieler verdienen das Lob, ihr Einsatz ist fantastisch." Fünf Spiele musste der Argentinier jetzt auf seinen Top-Torjäger Kane verzichten, fünfmal durfte er am Ende jubeln.

Sonderlob für BVB-Schreck Son und ein bisschen Pause für Pochettino

Ein Sonderlob erhielt Dortmund-Schreck Heung-Min Son. Der Südkoreaner erzielte nicht nur das wichtige 1:0 mit der ersten Aktion nach der Pause, sondern vor allem sein neuntes Tor im elften Spiel gegen den BVB. In den letzten zwölf Spielen kommt der Ex-Hamburger und Ex-Leverkusener trotz Asienspielen und Asien-Cup auf elf Tore; immer, wenn er traf, gewann Tottenham. "Das nächste Mal, wenn Son trifft", flunkerte Pochettino, "gehe ich in die Kabine, dusche mich und warte dann auf den Abpfiff." Aber, Spaß beiseite: "Sonny war fantastisch. Er bringt immer positive Energie und verbessert sich jedes Spiel."

Jetzt darf sogar Tottenham mal ausruhen, nach 22 Pflichtspielen in den vergangenen 81 Tagen. In anderthalb Wochen geht es mit einem Ligaspiel in Burnley weiter, bis dahin will selbst Pochettino kurz Pause machen und irgendwo abschalten. "Aber sicher nicht in England."

mkr

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