Europa League

Europa League - Rapid Wien hofft gegen Inter Mailand aufs Europa-Gesicht - Icardi ist "austauschbar"

Die Hütteldorfer treffen am Abend auf Inter Mailand

Rapid hofft aufs Europa-Gesicht - Icardi ist "austauschbar"

Dietmar Kühbauer

Rechnet sich durchaus etwas aus gegen Inter: Rapid-Coach Dietmar Kühbauer. imago

Natürlich ist Inter vor den Duellen mit Rapid der Favorit. Der Dritte der Serie A trifft schließlich auf den Tabellenachten der österreichischen Bundesliga. Ja, Rapid ist tatsächlich nur Achter und hinkt wieder einmal den eigenen Ansprüchen hinterher. 28 Punkte Rückstand auf Krösus Salzburg, sieben Zähler hinter Erzrivale Austria und, wenn es nach der langen Winterpause in der Alpenrepublik dumm läuft, nicht einmal in der neu geschaffenen Meisterrunde (die Top 6 qualifizieren sich) dabei. Die Euphorie ist dennoch immens groß. Das neue Allianz-Stadion wird heute (18.55 Uhr) mit 23.850 Zuschauern ausverkauft sein, 2000 davon werden Inter unterstützen. Erstmals in der Geschichte gab es bei Rapid keinen freien Kartenvorverkauf mehr.

"Klarer Außenseiter" sei man, das unterstrich Rapid-Trainer Dietmar "Didi" Kühbauer am Mittwoch. Hoffnungslos aber sind sie in Hütteldorf nicht. "Das Schöne im Fußball ist, dass man nie weiß, was passieren kann. Die Jungs haben die Möglichkeit, einen großen Gegner in die Knie zu zwingen", sagt Ex-Nationalspieler Kühbauer, der in seiner aktiven Zeit einst auch in Wolfsburg und San Sebastian spielte und 1996 mit Rapid Meister wurde.

Icardis Verbannung "ändert nichts"

Doch worin liegen die Chancen für die Wiener? Auf die Statistik lässt sich immer verweisen. Wenn Rapid in dieser Saison überzeugt hat, dann war das oft in der Europa League. 2:0 gegen Spartak Moskau, 1:0 gegen die Glasgow Rangers, 0:0 gegen Villarreal - das liest sich nicht schlecht. Inter seinerseits hat sechs der vergangenen sieben Auswärtsspiele in Europa verloren, in der Serie A gab es zuletzt weder gegen Sassuolo (0:0), den FC Turin (0:1) noch den FC Bologna (0:1) Erfolge zu feiern; in der Coppa Italia scheiterten die Nerazzurri vom Elfmeterpunkt an Lazio.

Ein weiterer Aspekt, der für Rapid sprechen könnte, ist die Unruhe bei den Lombarden. Und die dreht sich insbesondere um Mauro Icardi. Der Inter-Stürmerstar wurde von Trainer Luciano Spalletti als Kapitän abgesetzt und auch nicht in den 19-Mann-Kader berufen . Doch Kühbauer schränkt ein: "Wir dürfen nicht glauben, dass die Sache dadurch einfacher wird. Es ändert nichts, Namen sind austauschbar."

Rapid-Stadion

Inter kommt! Der Rasen im Rapid-Stadion bekommt dieser Tage Licht und Glanz ab. picture-alliance

Der 47-Jährige fordert vielmehr von seinen Schützlingen, dass sie ihr Europa-Gesicht zeigen - um erstmals in der Klubgeschichte ein italienisches Team ausschalten zu können. "Wir dürfen das Spiel nicht nur als Highlight sehen, sondern müssen schon daran glauben, dass wir was machen können. Respekt muss da sein, aber am Platz abgelegt werden."

Schwab: "Das wird richtig geil"

Ziel muss sein, Inter vom Tor wegzuhalten, nur wenige Chancen zuzulassen. Stefan Schwab ist optimistisch. "Ich glaube, als Mannschaft können wir sie stoppen", sagte der Kapitän im Vorfeld. "Inter ist ein Weltklasseteam. Das wird richtig geil."

Es sollte zumindest deutlich besser laufen als bei der bislang einzigen Teilnahme Rapids an der K.-o.-Phase der Europa League. Im Frühjahr 2016 waren die Hütteldorfer am FC Valencia gescheitert - summa summarum mit 0:10 Toren.

aho