Defensivspieler verletzt sich beim Training, auch Gondorf fehlt

Sorgen um Koch - Freiburg sucht die Balance

Robin Koch

Wird dem SC Freiburg auf Schalke wohl nicht zur Verfügung stehen: Defensivspieler Robin Koch. imago

Nach einem freien Montag starteten die SC-Profis am Dienstag mit Krafttraining und einer Nachmittagseinheit auf dem Rasen in die Trainingswoche. Erfreulich: Die Langzeitverletzten Roland Sallai (hartnäckige Adduktorenreizung) und Nicolas Höfler (Aufbautraining nach Innenbandriss) beschäftigten sich bereits wieder in Fußballschuhen mit dem Ball. Zusammen mit Physiotherapeut Uwe Vetter absolvierten sie allerdings ihre eigenen Übungen am Rande des Mannschaftstrainings.

Koch: Einsatz am Samstag mehr als fraglich

In dessen Verlauf ereignete sich das Unerfreuliche: Robin Koch humpelte gestützt von zwei Physiotherapeuten vorzeitig vom Platz, nachdem er sich am Knie verletzte. Eine genaue Diagnose wird freilich erst nach eingehenden Untersuchungen feststehen, nach den ersten Eindrücken ist jedoch zumindest für Samstag mit einem Ausfall des Defensivspielers zu rechnen. Auch, wenn Koch schlecht in die Rückrunde gestartet ist, sich besonders vor Gegentoren einige Fehler erlaubte, wäre das der nächste herbe Verlust im Mittelfeldzentrum. Stratege und Leistungsträger Höfler fällt ja bereits seit dem 11. Spieltag aus.

Spielersteckbrief Gondorf

Gondorf Jerome

Spielersteckbrief R. Koch

Koch Robin

Auch der auf der Sechs oder Acht einsetzbare Jerome Gondorf fehlte am Dienstag im Training. Dabei soll es sich nach SC-Angaben jedoch nur um Gründe der Belastungssteuerungen handeln. Für die Positionen vor der Abwehr bleiben von den zuletzt eingesetzten Profis ansonsten nur noch Kapitän Mike Frantz und Janik Haberer. Was das Personal angeht, wird Streich wieder zu Umstellungen gezwungen sein. "Das nervt mich wahnsinnig", hatte er bereits in der vergangenen Woche nach dem Ausfall von Innenverteidiger Manuel Gulde seinem Ärger Ausdruck verliehen. Nun könnte womöglich aber Amir Abrashi gerade rechtzeitig wieder einsatzbereit sein. Der Sechser sammelte ebenso wie Brandon Borrello, beide erlitten 2018 einen Kreuzbandriss, und Linksverteidiger Chima Okoroji am Samstag beim Testspiel der U23 gegen den 1. FC Saarbrücken (2:2) Spielpraxis.

Abrashi das Mittel gegen die Anfälligkeit?

Abrashis Kämpfermentalität sowie seine Zweikampfstärke könnten, hundertprozentige Fitness natürlich vorausgesetzt, passende Mittel gegen die notorische Anfälligkeit sein. Trotz acht selbst erzielter Treffer stehen in 2019 erste zwei magere Pünktchen zu Buche. Der Hauptgrund: zwölf Gegentore in vier Spielen. Beim 3:3 gegen Wolfsburg ließ sich der SC beim ersten und dritten Tor der Gäste mal wieder zu leicht ausspielen, dem zweiten ging abermals ein individueller Fehler voraus, als Koch mit einer Ringereinlage einen Elfmeter gegen Weghorst verursachte.

Petersen: "Zum Verteidigen gehören alle dazu"

"Es ist schön, dass wir dreimal zurückgekommen sind, aber es tut weh, dass wir jedes Mal in Rückstand geraten", klagt Nils Petersen, der jedoch den Defensivkollegen keinen Vorwurf machen will: "Zum Verteidigen gehören alle dazu." Der Stürmer hat jedoch richtig erkannt, dass der SC vom VfL keineswegs ausgekontert wurde, sondern jedes Mal genügend Spieler hinter dem Ball hatte. Die stellten sich schlicht nicht gut genug an. Das oberste Ziel ist also klar: Mehr Stabilität. Dafür müssen das kollektive Verhalten als auch das Zweikampfverhalten jedes einzelnen SC-Profis besser und konsequenter werden. Idealerweise sollte all das aber nicht zu Lasten der eigenen Offensivausbeute gehen. Streich und seine Spieler müssen die richtige Balance finden. Keine leichte Aufgabe.

Carsten Schröter-Lorenz/DF