Bundesliga

Spielerische Aufarbeitung in Mainz

Die "Alten" siegen beim Zweikampfturnier

Spielerische Aufarbeitung in Mainz

Trainer Sandro Schwarz (re.) gibt Anweisungen bei der heutigen Einheit.

Trainer Sandro Schwarz (re.) gibt Anweisungen bei der heutigen Einheit. imago

Viele Tore, könnte man leicht spöttisch sagen, sind in Mainz dieser Tage Usus. Nach den sechs Treffern am Freitag im Duell mit Bayer Leverkusen wackelte das Netz auch beim Training am Dienstag so oft, dass es kaum zum Stillstand kam. Coach Schwarz ließ seine Akteure in Zweier- und Viererteams auf kleinem Raum gegeneinander spielen. "Wir haben uns mit Zweikampfkonsequenz im gruppen- und partnertaktischen Verhalten beschäftigt", erklärte der 40-Jährige.

Denn bei der Niederlage gegen die Rheinländer stimmten die Abstände und die Raumaufteilung vor allem in den defensiven Umschaltmomenten oft nicht, das nutzten Julian Brandt und Co. gnadenlos aus. Das hohe Risiko, das Mainz mit offensiven Außenverteidigern und einer hohen Dreierkette ging, wurde bestraft. "Das war für unseren Entwicklungsstand wohl einen Tick zu früh", befand Schwarz inzwischen: "Am Samstag waren wir wegen des Spiels sauer, wir können das aber sachlich einordnen."

Spielersteckbrief Hack
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Hack Alexander

Spielersteckbrief Onisiwo
Onisiwo

Onisiwo Karim

Trainersteckbrief Schwarz
Schwarz

Schwarz Sandro

Jetzt heißt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen und für das Auswärtsspiel beim ebenfalls umschaltstarken VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) besser zu stehen. "Wir werden einen Ansatz finden, in dem wir ein gutes Gefühl haben, eine gute Sicherheit, gute Abläufe und Vertrautheit", verspricht Schwarz, und zwar "unabhängig von der Grundordnung". Denn ob Mainz in der Viererkette mit Raute oder, wie gegen Leverkusen, mit Dreierkette und Doppel-Sechs antritt, ist dafür weniger wichtig als ein gutes kollektives Abwehrverhalten.

Selbstverständnis der starken Abwehr wieder wecken

Die acht Gegentore aus den vergangenen beiden Spielen, ein Novum in der Bundesligageschichte der Nullfünfer, sind also ein Rückschlag, kein Trauma. "Nach Gesprächen und den Trainingseindrücken habe ich nicht das Gefühl, dass alles weggeblasen ist, was wir uns vorher an Prinzipien aufgebaut haben", findet Schwarz. Das Selbstverständnis einer starken Abwehr wie in der Hinrunde, muss nur wieder geweckt werden – zum Beispiel auf spielerische Art und Weise wie am Dienstag. Da sammelte übrigens das Team mit den ältesten Spielern am Ende die meisten Punkte. Die Verlierer des Turniers müssen im März eine Woche Frühstücksdienst leisten, also in Absprache mit den Athletiktrainern einkaufen und das Essen herrichten.

Hack und Onisiwo trainieren individuell

Keine Gefahr, für Brötchen und Orangensaft zu sorgen, liefen dabei Alexander Hack und Karim Onisiwo. Der Innenverteidiger Hack absolvierte wegen eines im Spiel erlittenen Schlags noch Lauftraining, Offensivkraft Onisiwo arbeitete ebenfalls individuell. Beide sollen am Mittwoch wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen, an dem Danny Latza nach seinem Ausfall am vergangenen Wochenende bereits seit Montag wieder teilnimmt.

Patrick Kleinmann