Bundesliga

VfB Stuttgart: Weinzierl muss bangen - Gisdol stünde bereit

Wechselt der VfB Stuttgart erneut den Trainer?

Weinzierl muss bangen - Gisdol stünde bereit

Frustrierte Mienen - auch bei Markus Weinzierl

Frustrierte Mienen - auch bei Markus Weinzierl: Der VfB enttäuschte in Düsseldorf schwer. imago

Direkt nach dem Spiel, das nach nur vier Monaten sein letztes als VfB-Trainer gewesen sein könnte, sprach Markus Weinzierl mit Sportvorstand Michael Reschke. Um seine Zukunft sei es dabei aber nicht gegangen, versicherte Weinzierl: "Wir haben uns über das Spiel heute unterhalten."

Viel angenehmer dürfte das aber auch nicht gewesen sein. Anstatt den Abstand zum formstarken Aufsteiger zu verkürzen, bot der VfB Stuttgart am Sonntagabend bei Fortuna Düsseldorf eine desolate Darbietung : stets harmlos, teils lustlos und am Ende, als Nicolas Gonzalez Kaan Ayhan mehrmals schlug und die logische Rote Karte mit einem unschuldigen Gesichtsausdruck quittierte, regelrecht peinlich. "Das darf natürlich nicht passieren", kommentierte Weinzierl bei "Sky" den zweiten Stürmer-Platzverweis infolge nach Mario Gomez' Ampelkarte gegen Freiburg letzte Woche.

Was soll der Trainer groß machen, wenn die Mannschaft sich so präsentiert?

Ron-Robert Zieler

Torwart Ron-Robert Zieler ("Wir müssen uns einfach viel mehr wehren") sprach nach dem 0:3 von einem neuen "Tiefpunkt", auch sein Kapitän stimmte dem zu. "Wir haben noch mehr Selbstvertrauen verloren", seufzte Christian Gentner. Und so blieb die Frage des Abends nicht aus: Braucht der VfB einen neuen Trainer? "Die Frage stellt sich für mich gerade gar nicht", befand Zieler. "Wir als Mannschaft haben das absolut mitzuverantworten. Was soll der Trainer groß machen, wenn die Mannschaft sich so präsentiert?"

Gisdol im Fokus, doch auch eine Übergangslösung erscheint denkbar

Die Argumente gehen Weinzierl ("Wir konnten uns über weite Strecken nicht entsprechend wehren") dennoch schon nach 14 Spielen im Amt aus, zehn davon hat der VfB verloren. Drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer und die schlechteste Tordifferenz der ganzen Liga setzen den Traditionsklub schwer unter Druck. Stand Sonntagabend ist das letzte Wort darüber, wie es auf der VfB-Bank weitergeht, zwar offenbar nicht gesprochen, doch schon vor dem Spiel hatten die Klubbosse alle Eventualitäten durchgespielt.

Neben Felix Magath spielte dabei vor allem Markus Gisdol eine Rolle. Der 49-Jährige, seit seinem Aus beim HSV im Januar 2018 vereinslos und von 2005 bis 2007 U-17-Trainer beim VfB, stünde nach kicker-Informationen bereit. Allerdings scheint auch eine andere Konstellation möglich zu sein: Um dem neuen Mann mit den Spielen gegen Leipzig und in Bremen einen Fehlstart, wie ihn Weinzierl mit drei Niederlagen und 0:11 Toren erlebte, zu ersparen, könnten übergangsweise Co-Trainer Andreas Hinkel und/oder U-19-Coach Nico Willig übernehmen.

Weinzierls kurzes "Ja" will nicht zum Spiel passen

Mit Weinzierl würde sich der VfB vom 16. Trainer seit der Meisterschaft 2007 trennen. "Meine Zukunft interessiert mich nicht", blockte dieser das Thema am Sonntag professionell ab - und überraschte doch mit einer Antwort. Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, dass sich jeder seiner Spieler mit 100-prozentiger Leidenschaft gegen den Abstieg stemmt, erwiderte er: "Ja." Das Spiel in Düsseldorf sprach eine ganz andere Sprache.

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jpe/gem

Bilder zur Partie Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart