Dortmund nach dem 3:3 gegen Hoffenheim

BVB ohne Reus nach London - Was Witsel jetzt fordert

Marco Reus

Fehlt verletzt: BVB-Kapitän Marco Reus. Getty Images

Die Mütze bis knapp über die Augen gezogen, den Schal bis unter die Nase: Viel war nicht zu sehen vom Gesicht Manuel Akanjis am Sonntagmorgen. Doch es war genug, um ihn auf dem Trainingsplatz zu identifizieren. Früher als erwartet stieg der Schweizer ins Mannschaftstraining des BVB ein - und gab damit ein wichtiges Signal am Ende einer Woche, in der seine Mannschaft im DFB-Pokal ausgeschieden war und zwei Liga-Siege durch eigene Fahrlässigkeit leichtfertig aus der Hand gegeben hatte.

Der Abwehrchef wird dringend benötigt angesichts von sieben Gegentoren in den vergangenen drei Partien gegen Frankfurt (1:1), Bremen (3:3 nach 120 Minuten) und Hoffenheim (3:3). Doch bis Akanji wieder helfen kann, dürfte es noch einige Tage dauern. Seit dem 18. Dezember stand der 23-Jährige nicht mehr in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Das bevorstehende Champions-League-Duell bei den Spurs kommt daher noch zu früh. Und auch Marco Reus, der die Partie gegen Hoffenheim aufgrund einer nicht näher definierten Oberschenkel-Verletzung verpasste, wird am Dienstag nicht im Mannschaftsflieger sitzen, wenn sich der BVB zur Dienstreise nach London aufmacht. Der Einsatz von Lukasz Piszczek, der noch immer unter Fußproblemen leidet, wackelt.

Spielersteckbrief Witsel

Witsel Axel

Spielersteckbrief Reus

Reus Marco

Spielersteckbrief Akanji

Akanji Manuel

Gegentore nach Standards: "Wir sind auch nicht die Größten"

Andere Spieler werden es also richten müssen. Allen voran Axel Witsel, dieser bislang so starke und souveräne Anführer im defensiven Mittelfeld der Borussia. Auch gegen Hoffenheim schien der Belgier alles im Griff zu haben, doch als die Gäste beim Stand von 0:3 gegen sich zur Attacke bliesen, wurde auch er niedergewalzt von der körperlichen Wucht , die 1899 entwickelte. "Normalerweise müssen wir dazu in der Lage sein, das Spiel zu kontrollieren", sagte Witsel selbstkritisch, "aber wir hatten nicht mehr so viel Ballbesitz nach der Pause. Dennoch hätten wir die Tore, die wir kassiert haben, mit unserer Qualität verhindern müssen."

Wie schon gegen Bremen waren es auch gegen Hoffenheim Gegentore nach Standards, die Dortmund um den sicher geglaubten Sieg brachten. Bekannte Fehler also - basierend auf bekannten Problemen. "Standards sind zum einen Mentalitätssache, aber wir sind auch nicht die Größten", sagte BVB-Co-Trainer Edin Terzic, der am Samstag gemeinsam mit Manfred Stefes den erkrankten Chefcoach Lucien Favre vertrat. Um dem entgegenzuwirken, wechselte das Assistenten-Duo in Absprache mit Favre in der Schlussphase den groß gewachsenen Innenverteidiger Ömer Toprak ein. Ohne Erfolg.

Witsel wirbt um Normalität

"Jedes Team hat mal so eine Phase", warb Witsel später um Normalität. "Wir müssen jetzt fokussiert und positiv bleiben. Und so schnell wie möglich wieder ein Spiel gewinnen." Die nächste Möglichkeit dazu gibt es am Mittwoch in London (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de), wenn der BVB im Achtelfinale der Champions League bei Tottenham Hotspur antritt. "Idealerweise", sagte Witsel, "gelingt uns der Sieg schon da, denn es ist ein sehr wichtiges Spiel."

Matthias Dersch

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