Enochs will seine Offensive entlasten

Zwickau: Mit neuem System ins Kellerduell?

Joe Enochs

Offensive stärken oder Defensiv stabil stehen? FSV-Trainer Joe Enochs grübelt vor dem Kellerduell in Köln. imago

Der Frust saß tief nach der 0:1-Heimpleite gegen Eintracht Braunschweig . FSV-Coach Enochs polterte im Anschluss an die Partie : "Da verliere ich den Spaß am Fußball." Gemeint war das Verhalten des Gegners, aber auch mit der eigenen Chancenverwertung haderte der US-Amerikaner. Gerade die vergebene Möglichkeit von Julius Reinhardt auf die frühe Führung wurmte die Protagonisten. "Wenn ich das 1:0 mache, wäre manches anders gelaufen", ärgerte sich Reinhardt, der aus fünf Metern unbedrängt über das Tor köpfte, über seine vergebene Großchance. Da auch Ronny König, Lion Lauberbach und Toni Wachsmuth aus aussichtsreicher Position am eigenen Abschluss scheiterten, blieben die Sachsen zum fünften Mal in der laufenden Runde ohne Tor.

Wir werden eine Reaktion zeigen.

Reinhardt vor dem Kellerduell in Köln.

Für Reinhardt kein Grund zu verzagen: "Jetzt müssen wir uns die verlorenen Punkte eben in Köln holen, um mehr Luft zur Abstiegszone zu schaffen. Wir werden eine Reaktion zeigen." In der Tat ist diese von Nöten, bei einer Niederlage könnte der FSV erstmals in der laufenden Spielzeit unter den berühmten Strich rutschen und in den kommenden Wochen mächtig unter Druck geraten. Der Spielplan sieht nach dem Gastspiel in der Domstadt das Nachholspiel gegen den Aufstiegsanwärter Karlsruhe vor, anschließend erwartet die Enochs-Elf mit Jena einen weiteren Tabellennachbarn.

Kapitän optimistisch - Enochs nachdenklich

Zwickaus Kapitän Wachsmuth sieht in dieser Konstellation aber mehr Chance als Risiko: "Wir absolvieren innerhalb von neun Tagen drei Spiele und haben die Möglichkeit, uns ein wenig abzusetzen - das muss auch unser Ziel sein." In der Hinrunde sammelte das Team gegen die drei Kontrahenten insgesamt vier Punkte (KSC: 1:1, Köln: 1:0, Jena: 1:2). Mit einer ähnlichen Ausbeute würde sich der Abstand auf die Abstiegszone, der aktuell bei zwei Zählern liegt, wohl kaum verringern.

Auch deshalb grübelt Enochs, ob er bei der Fortuna mit einer Systemänderung aufwartet: "Defensiv haben wir mit der Viererkette gut funktioniert. Wir haben fast nichts zugelassen und nur durch einen Stellungsfehler verloren", so Enochs. Eine Option für den 47-Jährigen wäre es, von der stabilen Grundordnung abzurücken und dafür auf ein offensiveres 3-5-2 zu setzen.

Wachsmuths verkehrte Rolle

Dadurch könnten um König mehr Anspielstationen entstehen und der Mittelstürmer besser in Szene gesetzt werden. Nach 20 absolvierten Spielen stellt immer noch Wachsmuth, im Kerngeschäft Innenverteidiger, mit sechs Toren (davon fünf Elfmeter) den gefährlichsten Schützen in den Reihen der Schwäne, König steht bei vier Treffern.

"Ich erwarte ein unangenehmes und schweres Spiel", blickt Wachsmuth gegenüber "dfb.de" voraus. "Allerdings haben wir zuletzt beim 0:2 in Halle und auch gegen Braunschweig trotz der Niederlagen teilweise starke Leistungen gezeigt. Daran wollen wir anknüpfen und uns jetzt auch mal wieder für unseren Aufwand belohnen."

kon, GD