Bundesliga

TSG-Abwehrzentrale: Vogt fehlt, Grillitschs Schlüsselrolle

Trainer Nagelsmann muss hinten improvisieren

TSG-Abwehrzentrale: Vogt fehlt, Grillitschs Schlüsselrolle

Kevin Vogt

Fehlt in Hoffenheims Abwehrzentrum: Kevin Vogt. imago

In der Winterpause reduzierte die TSG bei nur noch einem Wettbewerb die an sich üppig besetzte Abwehrzentrale und verlieh mit Akpoguma (nach Hannover), Hoogma (zu St. Pauli) und Nordtveit (zu Fulham) gleich drei Kandidaten. Kurioserweise wird es nun aber wieder eng. Denn, wie Nagelsmann am Donnerstag bekanntgab, hat sich Vogt in dieser Woche verletzt und fällt definitiv für die Partie am Samstag in Dortmund aus. Der Kapitän zog sich eine Zerrung in der Oberschenkelrückseite zu und muss pausieren. Womöglich sogar länger als für ein Spiel.

Zudem steht auch Adams derzeit nicht zur Verfügung, der Ghanaer plagte sich schon länger mit Oberschenkelproblemen herum und konnte erst am Donnerstag wieder locker einsteigen. Immerhin ist Hübner wieder voll belastbar, aber auch der Linksfuß hatte zuletzt die Partie gegen Düsseldorf wegen Oberschenkelproblemen verpasst. Ermin Bicakcic ist wieder fit und war gegen Düsseldorf schon wieder im Kader, allerdings fehlt dem Bosnier, der weite Teile der Vorbereitung wegen einer Lungenentzündung verpasste hatte, die Wettkampfpraxis. Und Stefan Posch ist fit, hatte aber zuletzt gegen die Fortuna einen wackligen Auftritt. Nicht die besten Voraussetzungen, um beim Tabellenführer und einer der offensivstärksten Teams der Liga anzutreten.

Auswirkungen auf die Grundformation

Nur auf drei von fünf Innenverteidiger kann Nagelsmann also bauen. Das dürfte auch Auswirkungen auf die Grundformation haben. Die drei zu einer Kette zu knüpfen, scheint viel zu riskant, sollte eine weitere Verletzung, eine gefährdende Verwarnung oder gar ein Platzverweis hinzukommen. Deshalb wird die TSG auch bei der Borussia wie zuletzt mit einer Viererkette beginnen, die nach den letzten Eindrücken wohl Bicakcic und Hübner bilden dürften.

Grillitschs Schlüsselrolle

Demnach dürfte Florian Grillitsch wieder eine Schlüsselrolle zukommen. Der Sechser wird sich wie schon in Freiburg und phasenweise auch gegen Düsseldorf situationsbedingt zwischen die Innenverteidiger fallen lassen und beide Positionen kombinieren müssen. Oder gar fest in der letzten Linie agieren. Viel darf jedenfalls im Abwehrbereich personell nun nicht mehr passieren.

Entwarnung bei Joelinton

Dafür konnte Nagelsmann im Fall Joelinton Entwarnung geben. Der Brasilianer hatte sich gegen Düsseldorf eine schmerzhafte Zehenblessur zugezogen und konnte bis Mitte der Woche nicht trainieren. "Ich gehe davon aus, dass es wieder funktioniert", erklärte der TSG-Trainer, "da wurde der Zehennagel angebohrt und die Flüssigkeit und der Druck rausgenommen, heute war er schon wieder im Fußballschuh. Ich gehe davon aus, dass Dortmund da nicht mutwillig drauftritt und es vom Schmerzbild geht." Zumindest im Offensivbereich kann der 31-Jährige aus dem Vollen schöpfen.

Michael Pfeifer