Ernüchterung nach der klaren Niederlage gegen Skopje

Final Four? Löwen-Coach: "Dazu sind wir nicht in der Lage"

Ernüchterte Rhein-Neckar Löwen

"Das war scheiße": Die Rhein-Neckar Löwen hatten gegen Skopje keine Chance. imago

Kapitän Andy Schmid redete gleich Klartext, als er frisch geduscht aus der Kabine kam und sich auf den Weg zum VIP-Bereich in der Mannheimer Arena machte. "Das war scheiße. Wir hatten uns deutlich mehr vorgenommen. Es ist unerklärlich, viele Rädchen greifen momentan nicht ineinander", sagte der Topspieler der Rhein-Neckar Löwen nach dem enttäuschenden 27:30 (12:16) in der Champions League gegen Vardar Skopje . Schon nach dem ersten Spiel des Jahres stellt sich beim erfolgsverwöhnten Handball-Bundesligisten erneut die Qualitätsfrage stellt. "Wir sind aktuell weit weg von Europas Spitze", gab Trainer Nikolaj Jacobsen ehrlich zu.

Drei Supercup-Triumphe, zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg feierte Jacobsen mit den Nordbadenern von 2016 bis 2018, in dieser Saison sollte eigentlich mehr denn je auch etwas in der Königsklasse für die Löwen gehen. Das hatte sich der Bundesligist fest vorgenommen, vor allem nach dem Aus im nationalen Pokal und dem K.o. im Bundesliga-Titelrennen. Und jetzt das.

Nicht nur gegen Skopje hat etwas gefehlt, sondern schon die gesamte Saison über. Wir müssen realistisch sein und einsehen, dass wir nicht besser sind.

Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen

"Nicht nur gegen Skopje hat etwas gefehlt, sondern schon die gesamte Saison über. Wir müssen realistisch sein und einsehen, dass wir nicht besser sind", sprach Jacobsen ungeschönt und schonungslos die fehlende Qualität für die Spitze an: "Alle reden über das Final Four in Köln. Aber es tut mir leid, das zu sagen: Wir sind momentan nicht in der Lage, uns dafür zu qualifizieren."

Schwächen in allen Mannschaftsteilen - Zeitweise mit 7 hinten

Gegen Skopje offenbarten die Löwen Schwächen in allen Mannschaftsteilen. Phasenweise lag der deutsche Pokalsieger mit sieben Treffern hinten, erst gegen Ende verkürzten die Nordbadener. "Das Ergebnis ist noch schmeichelhaft. Wir kamen nie für einen Sieg infrage", sagte Schmid, der seine Formkrise aus dem November längst hinter sich gelassen hat und mit neun Treffern einmal mehr bester Torschütze seiner Mannschaft war.

Auch Kreisläufer Jannik Kohlbacher überzeugte mit acht Toren erneut, der Rest fiel wieder einmal dramatisch ab. "Wir haben zu wenig Leute, die gute Leistungen bringen. Und als Mannschaft bekommen wir es auch nicht hin", sagte Jacobsen und stellte mit Blick auf die Tabelle in der Vorrundengruppe A ernüchtert fest: "Platz zwei und drei sind weg." Und damit auch eine gute Ausgangsposition fürs Achtelfinale, weshalb den Löwen schon früh in der K.o.-Runde Duelle mit Europas Topclubs drohen. Und dass sie mit diesen momentan nicht mithalten können, haben sie gerade erst erlebt.

dpa