FCK-Hauptsponsor einigt sich mit Erben und Auktionshaus

Layenberger verhindert Fritz-Walter-Auktion

Fritz Walter 1985 mit einer Nachbildung des Jules-Rimet-Cups

Fritz Walter 1985 mit einer Nachbildung des Jules-Rimet-Cups, dem WM-Pokal von 1954. picture alliance

Es sorgte für viel Empörung und Kritik, dass am 16. Februar der Nachlass von Fußball-Legende Fritz Walter in Heidelberg versteigert werden sollte. Nun die überraschende Wende. FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger verhindert die Auktion, indem er sich mit den Erben auf einen Erwerb der Memorabilien des Weltmeisters einigte.

Die Befürchtung vieler Fußball-Anhänger, dass der Nachlass des ersten Ehrenspielführers des DFB in die ganze Welt verstreut werden könnte, gehört damit der Vergangenheit an. Denn Layenberger, der Walters Nachlass zwar persönlich als große Triebfeder, aber nicht als Privatmann, sondern mit seinem Unternehmen als FCK-Hauptsponsor erworben hat, will sich die Memorabilien nicht in seinem Wohnzimmer aufhängen. Vielmehr möchte der leidenschaftliche Fußball-Fan im Allgemeinen und FCK- sowie Fritz-Walter-Fan im Speziellen dafür sorgen, dass die relevanten Prunkstücke aus dem Leben des 2002 verstorbenen Ausnahmefußballers öffentlich ausgestellt werden.

Spielersteckbrief F. Walter

Walter Fritz

1. FC Kaiserslautern - Vereinsdaten

Gründungsdatum

02.06.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfL Osnabrück
47
2
Karlsruher SC
42
3
Hallescher FC
40

Layenberger will jetzt FCK, DFB und Fritz-Walter-Stiftung kontaktieren

Zu diesem Zweck wird der 61-Jährige mit den relevanten Organisationen wie dem FCK, dem DFB und der Fritz-Walter-Stiftung in Kontakt treten, um gemeinsam Optionen auszuloten. Denkbar ist demnach, dass die Firma Layenberger mehrere Exponate dem FCK-Museum im Fritz-Walter-Stadion oder auch dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund als Dauer-Leihgaben zur Verfügung stellen wird. Damit dürfte nun auch der Spendenaufruf des FCK-Museums vom Wochenende beendet sein. Was genau und wo zu sehen sein wird, bleibt freilich abzuwarten.

In jedem Fall ist Layenbergers Eingreifen sowie sein Vorhaben ein edler und ehrenhafter Zug, für den seine Firma einiges an Geld aufwendet. Layenberger wollte unbedingt verhindern, dass um den ehemaligen Besitz des tadellosen Sportsmanns Fritz Walter geschachert wird. Nach kicker-Informationen ist etwa für die Ernennungsurkunde zum DFB-Ehrenspielführer bereits im Vorfeld ein Angebot in Höhe von etwa 50.000 Euro eingegangen.

Zu den finanziellen Modalitäten gibt es eine grobe Größenordnung

Harald Layenberger

Fußball-Fan im Allgemeinen und FCK- sowie Fritz-Walter-Fan im Speziellen: Harald Layenberger. imago

Layenberger möchte in diesem Zusammenhang auch dem Heidelberger Auktionshaus "K&K" danken, das sich trotz des aussichtsreichen Geschäftstages kooperativ zeigte und nun mit der Stornierung der Auktion und bereits erfolgten Anmeldungen einen größeren Aufwand betreiben muss.

Obwohl Layenberger und die Erbenfamilie Lutzi über finanzielle Modalitäten absolutes Stillschweigen vereinbart haben, gibt es eine grobe Orientierung zur Größenordnung. Es war durchgesickert, dass die Erben den gesamten Nachlass Organisationen wie dem FCK, dem DFB, dem Innenministerium oder der Fritz-Walter-Stiftung erfolglos für etwa 200.000 Euro angeboten hatten .

Dem DFB hatte das Thema viel Kritik eingebracht

Damit wollte Marco Lutzi, Nachlassverwalter und Sohn des früher mit den Walters eng befreundeten Erbenpaares Barbara und Bernd Lutzi, einen Ausgleich für die Aufwendungen seiner Eltern schaffen. Die hatten seiner Auskunft nach in Eigenregie mithilfe von eigens aufgenommenen Krediten, ohne aber vorher zugesagte finanzielle Unterstützung von verschiedenen öffentlichen Stellen und Personen, von 2005 bis 2017 in Walters früherem Wohnhaus in Enkenbach-Alsenborn ein Museum betrieben.

All das hatte vor allem dem DFB, der finanziell deutlich besser ausgestattet ist als etwa der inzwischen in der 3. Liga um die eigene Existenz ringende FCK, viel Kritik eingebracht. Nun hat Layenberger die unwürdige Versteigerung von Walters Nachlass abgewendet - vor allem für die "traditionsbewussten Fans", wie er selbst sagt.

Eine bemerkenswerte Aktion des äußerst engagierten Unternehmers, der sich zuletzt aber auch Kritik gefallen lassen musste, weil er sich als Hauptsponsor des FCK in unangemessen emotionaler Weise öffentlich in operative Vorgänge eingemischt hatte . Dass es ihm im Kern aber vor allem um den Fußball an sich geht, zeigt auch diese Aktion. Wenngleich damit ein Image-Gewinn für ihn und sein Unternehmen einhergehen dürfte, gegen den er sich sicher nicht wehren wird.

Carsten Schröter-Lorenz

WM-Held Fritz Walter