VfR-Kapitän über den Absturz auf den letzten Tabellenplatz

Bernhardt: "Es macht keinen Spaß, in die Kurve zu gehen"

Er will den Abstieg mit allen Mitteln verhindern: VfR-Kapitän Daniel Bernhardt.

Er will den Abstieg mit allen Mitteln verhindern: VfR-Kapitän Daniel Bernhardt. imago

Seit Juli 2009, also seit fast einem Jahrzehnt, steht Keeper Bernhardt in Aalen unter Vertrag. 239 Ligaspiele (zwei Assists) hat er in diesem Zeitraum für den VfR absolviert. Die aktuelle Situation macht ihm deswegen wenig überraschend Sorgen: "Auch wenn wir in der 2. Bundesliga ebenfalls gegen den Abstieg kämpfen mussten, war es in der Tat wohl noch nie so früh in einer Saison so schwierig", gesteht Bernhardt im Interview mit "dfb.de": "Es macht keinen Spaß, seit Wochen nach den Spielen in die Kurve zu gehen und den Frust der Fans zu spüren. Klar, der Unmut ist in unserer Situation verständlich. Aber wir benötigen die volle Unterstützung, um unser Ziel zu erreichen. Es geht nur gemeinsam."

Das Schlusslicht der 3. Liga steht vor dem Sturz in die Regionalliga, was nicht nur der Kapitän mit allen Mitteln verhindern will. "Wir müssen nicht drumherum reden: Die Lage ist angespannt, auch wenn wir im Vergleich zu den meisten Konkurrenten noch eine Nachholpartie in der Hinterhand haben. Für uns muss es jetzt erst einmal darum gehen, so schnell wie möglich den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herzustellen", so Bernhardt.

VfR Aalen - Die letzten Spiele
Bayern Alzenau (H)
1
:
0
Würzburg (H)
2
:
3
Spielersteckbrief Bernhardt

Bernhardt Daniel

3. Liga - 23. Spieltag
3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfL Osnabrück
47
2
Karlsruher SC
44
3
Hallescher FC
41

"Nach 21 Spieltagen lügt die Tabelle sicher nicht"

Die Gründe für den Absturz seien vielfältig. "Das hat sich so nach und nach entwickelt", weiß der VfR-Schlussmann und fügt an: "Nach 21 Spieltagen lügt die Tabelle sicher nicht. Dennoch bin ich nach wie vor überzeugt, dass in unserer Mannschaft genügend Potenzial steckt, um die Wende zu schaffen." Dafür braucht es aber schleunigst Punkte.

Vor Selbstvertrauen könne Aalen gerade kaum strotzen, wie Bernhardt eingesteht. "Doch es hilft nichts. Wir müssen immer wieder aufstehen, vielleicht noch aggressiver sein und unsere Leistung über 90 Minuten auf den Platz bringen. Sonst wird es nicht reichen", prognostiziert der Kapitän.

Es stehen viele Arbeitsplätze und Profifußball für eine ganze Region auf dem Spiel.

Aalens Kapitän Daniel Bernhardt

Das Verhältnis zu Coach Argirios Giannikis, für den die Luft natürlich auch dünner wird, sei derweil intakt. "Der Trainer hört sich an, wie die erfahrenen Spieler denken. Noch im Trainingslager saßen wir lange zusammen und haben alle Probleme angesprochen", erzählt Bernhardt: "Nach dem ersten Spiel im neuen Jahr sollten wir auch jetzt nicht den Fehler machen, in Panik zu verfallen. Aber wir müssen den Worten auch endlich Taten folgen lassen."

In allen 21 Ligaspielen stand Bernhardt, verlässlichster VfR-Profi (kicker-Notenschnitt 2,95), zwischen den Pfosten. Und der Routinier hat auch den Blick fürs große Ganze: "Es stehen viele Arbeitsplätze und Profifußball für eine ganze Region auf dem Spiel. Egal wie: Wir müssen in der 3. Liga bleiben - notfalls auch erst am 38. Spieltag." Mitte Mai ist Hansa Rostock zu Gast.

msc