Liverpool profitiert bei West Ham von Abseits-Tor

Klopp: "Der Schiedsrichter muss das gewusst haben"

Jürgen Klopp (l.)

Redebedarf: Liverpools Coach Jürgen Klopp (l.) im Gespräch mit Referee Kevin Friend. picture alliance

Die Abseitsposition von James Milner, die dem 1:0 durch Sadio Mané vorausgegangen war, war eigentlich nicht zu übersehen. Schiedsrichter Kevin Friend und seinem Assistenten war sie allerdings offenbar nicht aufgefallen. So ging Liverpool in Führung (25.) - was den Reds laut Trainer Klopp im Laufe des Spiels aber zum Nachteil wurde.

"Das Tor, das wir erzielt haben, war Abseits", gab Klopp gegenüber "Sky Sports" nach Spielende unumwunden zu. "Der Schiedsrichter muss das zur Pause gewusst haben, das erklärt die zweite Hälfte. Man hat einige komische Situationen gesehen, nichts Entscheidendes, aber die den Rhythmus gestört haben." Enge Entscheidungen hätte Referee Friend in Durchgang zwei eher für die Hammers gepfiffen. "Es gab viele Situationen, wo die Entscheidung 50:50 oder 60:40 war, und es Freistoß für das andere Team gab", so der Coach weiter. "Als Mensch weiß ich, wenn ich einen Fehler in der ersten Hälfte mache, will ich die Lücke nicht noch größer werden lassen."

Was Klopp nicht erwähnte: In der Nachspielzeit kam der eingewechselte Divock Origi aus Abseitsposition zum Abschluss (90.+3). Die Fahne des Assistenten blieb jedoch unten, ein zweiter irregulärer Treffer für die Reds hätte gezählt.

Ich habe kein gutes Spiel von uns gesehen, ein paar haben nicht ihr höchstes Niveau erreicht.

LFC-Coach Jürgen Klopp

Unabhängig von der Leistung des Schiedsrichters entwickelte Liverpool über 90 Minuten viel zu selten Durchschlagskraft - was auch Klopp zugab. "Ich habe kein gutes Spiel von uns gesehen, ein paar haben nicht ihr höchstes Niveau erreicht", kritisierte der 51-Jährige. "Das ist aber schon passiert und wird auch in der Zukunft passieren." Gegen mutige Hammers, die durch Michail Antonio ausgeglichen hatten (28.), hatte Klopp insgesamt ein "gerechtes Unentschieden" gesehen.

Van Dijk: "Wir müssen den Druck genießen"

Durch das zweite Remis binnen fünf Tagen verloren die Reds weiter an Boden im Titelrennen. Verfolger ManCity liegt nur noch drei Punkte hinter Liverpool, selbst Tottenham Hotspur ist mit fünf Zählern Rückstand nicht mehr allzu weit entfernt. "Wir sind immer noch an der Spitze", betonte Verteidiger Virgil van Dijk. "Wir müssen den Druck genießen. Andere spielen um nichts, wir sind immer noch im Rennen" - das durch den Patzer der Reds weiter an Spannung gewonnen hat.

jly