Amateure

Dank kickerCrowd: Ein Dorf fährt in der Regionalliga vor

TUS Büppel sammelt 5.734 Euro

Dank kickerCrowd: Ein Dorf fährt in der Regionalliga vor

TUS Büppel

Grund zum Jubeln: Der TUS Büppel sammelte erfolgreich auf der kickerCrowd.

Sie hatten sich Jahr für Jahr gesteigert. Erst vom sechsten auf den vierten Platz, dann auf den zweiten. Im vergangenen Sommer war es schließlich soweit. Die Damen des TUS Büppel holten sich sensationell den Titel in der Oberliga Niedersachsen West. Und weil die Mannschaft dank der Tore von Mareike Kregel und Lena-Sophie Rusin auch noch den FFC Renshausen im entscheidenden Relegationsspiel in die Knie zwang, wird nun hoch oben in Friesland, am Südzipfel des Jadebusens, Regionalligafußball gespielt.

5.700 Euro für fast 4.000 Kilometer

Wie so oft im Amateursport bedeutet wachsender sportlicher Erfolg in erster Linie aber eines: mehr Aufwand. Und so stand der frischgebackene Niedersachsenmeister plötzlich zwar vor wohlklingenden Gegnern wie Holstein Kiel oder St. Pauli, aber eben auch vor der Frage, wie es die weiten Auswärtsfahrten bewältigen sollte. 3.850 Kilometer, so hat Stefan Janssen ausgerechnet, würde das Team in der Saison 18/19 für zehn Auswärtsspiele auf der Straße zurücklegen müssen. Für 5.000 Euro pauschal würde ein lokales Busunternehmen die Truppe befördern, doch der Mini-Etat des TUS Büppel gab das nicht her. Und so aktivierte Janssen, der durch seine Tochter zum Verein kam, die kickerCrowd. Auf der kicker-eigenen Förderplattform für Fußballprojekte startete er das Projekt "Frauen-Regionalliga - Unser Dorfverein fährt vor" und schaffte es so, über 5.700 Euro zu sammeln.

Das Prinzip von Crowdfunding ist simpel: "Es ist einfacher 100 Personen zu finden, die fünf Euro geben, als einen Menschen zu finden, der 500 Euro gibt." Um diese 100 Leute - die Crowd - zu finden, "haben wir auf lokaler Ebene verschiedene Wege gewählt", verrät Janssen. Zeitversetzt erschienen in den lokalen Zeitungen Artikel zum Projekt, Spielerinnen baten in Freundes- und Familienkreis um Unterstützung. Janssen selbst "durfte das Projekt bei der Hauptversammlung der örtlichen Wirtschaftsförderung vor ca. 80 Unternehmer(innen) vorstellen." Dazu bewarb der Klub einzelne Prämien, die Förderer als Gegenleistung für ihren Geldbetrag erhalten, gezielt auf Facbeook und Instagram. Und auch Unterstützern, die bereit waren etwas zu geben, allerdings Berührungsängste hatten bei Online-Transaktionen, kam der Verein entgegen. "Konservative Sponsoren, die nicht an einer Online-Aktion teilnehmen wollten, haben das Geld direkt an den Verein gezahlt und dieser hat es dann der Aktion hinzugefügt", sagt Janssen.

Gute Vorbereitung als Erfolgsgrundlage

Besonders zur Überbrückung vereinsinterner infrastruktureller Engpässe sah Janssen Crowdfunding als wertvolles Instrument an. "Wir haben aufgrund unserer Vereinsgröße niemanden, der sich ausschließlich um das Marketing und Sponsoring kümmert. Es erfolgen überwiegend 'Einzelaktionen', indem z.B. ein Trainer einen Sponsor für Trikots anspricht. Eine Koordination fehlt. Die Crowdfunding-Aktion war für uns eine großartige Möglichkeit, die Kräfte auf einer Plattform zu bündeln. Sicherlich hätte ohne die Bündelung in einer (werbewirksamen) Aktion nicht eine so große Unterstützung stattgefunden."

Und auch für künftige Projektstarter hat Janssen einen Tipp parat: "Eine gute Vorbereitung ist die Grundlage für den Erfolg. Wir hatten bereits dabei tolle Unterstützung vom kickerCrowd-Team. Es sollten auch schon mehrere Unterstützer gleich beim Kickoff das Projekt unterstützten, damit schon einmal 10-20 Prozent erreicht sind und eine Sogwirkung erzeugt wird. Das Nachlegen neuer Prämien während der Laufzeit erhält die Spannung."

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